„Kann ich die Corona-Warn-App mit meinem Pokémon-Go-Account koppeln?“

Die Corona-Warn-App ist da – und Twitter-Nutzer*innen nutzen sie vor allem als Gag-Vorlage.

Foto: Sean Gallup /getty images; Bearbeitung: jetzt

Ein rot-blaues C in einem weißen Kästchen: So sieht sie aus, die neue deutsche Corona-Warn-App. Auch innerhalb der Anwendung ist alles recht schlicht und simpel gehalten; ein Button für „Risiko-Ermittlung einschalten“, einer für „Informieren & mitmachen“, dann kann man die App noch teilen, und sich Antworten auf „Häufige Fragen“ anschauen. So weit so gut.

Trotzdem scheint die Sache so einfach nicht zu sein. Am Dienstag kam die Tracing-App in die Stores und sofort teilten viele Social-Media-User*innen einen Haufen Unsicherheiten und Fragen dazu. Die SZ hat zu diesen Unklarheiten FAQs zusammengestellt. Kurz gesagt: Nein, über die App werden keine Bürger*innen durch den Staat ausspioniert. Nein, die App ist technisch nicht perfekt, aber auch nicht ganz schlecht. Nein, sie verbraucht nicht auffällig viel Strom. Ja, sie ist kostenlos, nein, sie ist nicht verpflichtend und wird es wohl auch nicht werden.

Seit Dienstagmorgen trendet auf Twitter also das Hashtag #CoronaWarnApp, Stand 15 Uhr mehr als 30 000 Tweets. Da sind Aufforderungen dabei, dass sich möglichst viele Menschen die App herunterladen sollen, Kundgebungen, dass man eben das schon getan habe, Fragen, Kritik, Diskussionen – das gesamte Spektrum menschlicher Reaktionen auf je maximal 280 Zeichen. Und ja, die Humor-Fraktion war auch stark vertreten. Allein Jan Böhmermann hat bisher acht Tweets dazu abgesetzt. Aber auch ein paar Hobby-Gagschreiber*innen wurden aktiv und äußerten etwa berechtigte Fragen wie diese: „Wie heißt ihr bei der Corona Warn-App?“

Besonders viel Ungläubigkeit erzeugte das wohl häufig von User*innen gehörte Argument, dass die App auf irgendeine Weise unauffällig Daten an Dritte weiterleiten könnte. Darüber konnten einige Twitter-User*innen nur trocken lachen. Nicht, weil sie die Angst nicht verstehen können, sondern eher, weil in der Geschichte der Digitalisierung dieses Problem sonst eher unbeachtet bleibt. 

Ein ernsthafter Kritikpunkt, der auf Twitter sogar trendete, war derweil, dass nicht alle Handys, die im Umlauf sind, mit der App kompatibel sind. Nutzer*innen brauchen mindestens ein iPhone 6s oder eines mit Android Version 6. Das ist natürlich schon blöd, bedenkt man, dass die App umso hilfreicher ist, je mehr Menschen sie benutzen. Gleichzeitig ist auch das natürlich eine gute Gag-Rampe:

Egal, ob man von der App begeistert ist oder nicht: Diese kleine, vielleicht fiktive Anekdote beschreibt ganz gut, worauf man bei der App wirklich aufpassen muss – nämlich, dass alle verstehen, wie sie funktioniert, was sie kann und was sie nicht kann. Die App ist kein Test, und keine komplette Sicherheit, sondern primär dafür gemacht, dass Kontaktketten besser nachvollzogen und so Infizierte gefunden werden können, bevor sie andere Menschen anstecken. So einfach, so gut. 

mpu

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