Ein memewürdiges Finale

Dieses Foul von Italien-Kapitän Giorgio Chiellini an England-Newcomer Bukayo Saka ließ die Menschen im Netz kreativ werden.
Foto: Laurence Griffiths / AFP

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Dicht besetzte Stadien und Kneipen trotz grassierender Delta-Variante, die Allianz-Arena, die nicht in Regenbogenfarben leuchten durfte, und Kameras, die auf den leblosen Christian Erikson hielten – selten gab ein Turnier so viel Diskussionsstoff her wie die Europameisterschaft 2021. Doch eins bringt EM-Fans und -Kritiker*innen mit Sicherheit zusammen: Memes. Vor allem dieses eine.

Beim Finale zwischen England und Italien am Sonntagabend zog Italiens Kapitän Giorgio Chiellini den Engländer Bukayo Saka am Kragen seines Trikots, sodass dieser abrupt zu Boden ging und auf den Rücken fiel. Dafür gab es eine gelbe Karte – und jede Menge Lacher im Netz. Denn das Foul wirkte einfach so plump, dass kaum jemand Chiellini böse zu sein scheint. Er hat ja nicht einmal versucht, das Foul zu vertuschen. Die Szene erinnert stattdessen eher an eine Kindergarten-Streiterei als an ein Foul bei einer Fußball-EM.

Viele sehen Chiellinis Foul ohnehin als eine Art überfällige Retourkutsche an die englischen Fans: Die hatten in den Spielen zuvor nämlich unter anderem Gegenmannschaften ausgebuht und versucht, den dänischen Torwart mit einem Laserpointer zu stören. Deshalb gab es kollektive Schadenfreude darüber, dass es am Sonntag nach einem Sieg der Italiener im Elfmeterschießen „It’s coming Rome!“ anstatt „It’s coming home!“ hieß. Und die drückten die meisten eben durch verschiedenste Variationen des Chiellini-Memes aus.

Manche Zuschauer*innen sahen in dem Foul dagegen keine symbolische Rache an den England-Fans, sondern verbanden die Szene mit ganz anderen Situationen – mit dem Wasch-Fimmel ihrer Mutter zum Beispiel:

Auch das kulinarische Streitthema Pizza Hawaii – in Italien bekanntlich unbeliebt – konnte mithilfe des Memes auf den Punkt gebracht werden:

Und auch wir in der jetzt-Redaktion haben in Chiellinis Foul so einige Alltagssituationen wiedererkannt:

Wegen der Corona-bedingten Verschiebung der EM 2020 auf 2021 werden wir nicht lange auf das nächste Turnier (und die dazugehörigen Memes) warten. Die Fußballweltmeisterschaft 2022 wird definitiv nicht weniger umstritten sein. Die Austragung in Katar wird schon länger wegen der dortigen Menschenrechtsverletzungen stark kritisiert.

lill

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