Marvel: Was kommt nach dem erfolgreichsten Film aller Zeiten?

„Avengers: Endgame“ hat „Avatar“ überholt. Wie geht's jetzt weiter? Unter anderem mit mehr Diversität.

Bricht bei Marvel wirklich ein neues inklusiveres Zeitalter an?  Vielleicht. Ein bisschen.

Foto: AFP

Es ist ein filmhistorischer Moment: Am Wochenende hat „Avengers: Endgame“ James Camerons „Avatar“ überholt und ist somit der Film, der im Kino das meiste Geld jemals eingespielt hat. Das Unternehmen Marvel Studios ist jetzt Boss in der Filmbranche – und war es im Prinzip auch schon, bevor sie die Nummer eins übernommen haben: Von den Top Ten der erfolgreichsten Filme aller Zeiten ist glatt die Hälfte von Marvel.

„Endgame“ war für das Studio aber nicht nur wegen des kommerziellen Erfolgs wichtig. Die Geschichte der Superheldengruppe, die die Erde vor allem gegen außerirdische Bedrohungen beschützt, die Marvel seit dem Erscheinen des ersten „Infinity Stones“ in Iron Man 2 (2010) erzählt, ist damit endgültig auserzählt. Die Verträge von Publikumsmagneten wie Robert Downey Jr. als Iron Man oder Chris Evans als Captain America, sind ausgelaufen. Und ganz klar, wenn Marvel Studios an die bisherigen Erfolge anknüpfen will, muss der Konzern neue und vor allem progressivere Filme machen.

Wie geht es also weiter? Am Sonntag stellte Marvel auf der San Diego Comic Con seine Filmprojekte für 2020 und 2021 vor. Und die machen zumindest etwas Hoffnung auf mehr Diversity und weniger Y-Chromosome. Nach der Ära der Avengers pusht Marvel einige der schon bekannten Solo-Charaktere, aber führt auch neue ein. Hier gibt es einen kleinen Überblick, was die Kinogänger erwartet:

  • Black Widow, die aus Avengers bekannte russische Spionin und Auftragskillerin, bekommt endlich ihren eigenen Film, der am 1. Mai 2020 in den US-Kinos anlaufen soll. Wie lange von den Fans gefordert, wird Scarlett Johannsson damit endlich selbst zum Headliner. Auch die unterstützende Star-Power kann sich sehen lassen: Die 49-jährige Rachel Weisz („The Favourite“) wird Teil des Films sein.
  • „Blade“ wird neu aufgelegt. 1998 hat Wesley Snipes den halbsterblichen Vampirjäger gespielt. Jetzt wird die Rolle von jemandem übernommen, der die Fan-Base der Blade-Reihe zum Kreischen bringt: Mahershala Ali, der in den vergangenen Jahren für Green Book und Moonlight den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen hat.
  • 2020 gibt es eine Art Avengers-Nachfolgeprojekt: „The Eternals“ – basierend auf einer Comicreihe von „King“ Jack Kirby. Der hat ansonsten nicht nur Avengers, sondern auch X-Men und die Fantastic Four erfunden. Auch für dieses neue Großprojekt wurde ein Star-Cast angeheuert: Angelina Jolie, Richard Madden und Salma Hayek.
  • 2021 wird außerdem ein neuer asiatischer Superheld eingeführt: „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ soll der Film heißen, für die Hauptrolle wurde der chinesische Darsteller Simu Liu gecastet.
  • Natalie Portman ist als Jane Foster zurück: Dieses Mal lässt sie sich aber nicht von Thor retten, sondern nimmt den Hammer 2021 in „Thor: Love and Thunder“ selbst in die Hand. Female Thor! Und auch die LBGTQ-Community könnte in dem Film endlich repräsentiert werden: Die ebenfalls im neuen „Thor“ auftretende Valkyrie Tessa Thompson, die in Endgame die Führung der ehemaligen Bewohner Asgards übernommen hat, sagte auf der Comic Con: „Als neuer König muss sie sich (die Valkyrie) eine Königin suchen.“ Das erste gleichgeschlechtliche Marvel-Paar?! Zeit wär’s für Marvel auf jeden Fall. Und keine Sorge: Chris Hemsworth wird trotzdem Teil des Filmes sein.

Ansonsten erwarten Fans noch Fortsetzungen der Doctor-Strange-Erzählung und mehr hinterlistige Abenteuer mit Loki, beide in 2021. Außerdem soll es auch noch für Black Panther, Captain Marvel, X-Men und die Fantastic Four weitergehen – dazu gibt es aber momentan noch nicht mehr Infos.

Marvel Studios hat sich in den vergangen zwei Jahren durchaus Mühe gegegeben, mehr Diversität in ihren Filmen darzustellen. Betrachtet man  die Neuankündigungen, ist klar, dass die Würstchen-Party noch nicht ganz vorbei ist. Kleine Schritte bringen aber bekanntlich auch Fortschritt. Für Marvel selbst wird das Endgame erst gewonnen sein, wenn das Filmstudio den Sprung in die neue Ära schafft.

mpu

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