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Foto: Clay Enos/AP

Wird das Kino bald weiblicher? Eine neue Studie zeigt, dass Spielfilme, die Frauen in der Hauptrolle haben, an der Kinokasse erfolgreicher sind als solche mit männlichen Protagonisten. Daraus könnten Produktionsfirmen auf jeden Fall einige Schlüsse ziehen. Wenn sie wollen.

Die Studie wurde von der Creative Arts Agency (CAA) und shift7 durchgeführt. Die CAA ist eine Talentagentur aus Los Angeles, shift7 wurde von Megan Smith gegründet, die unter Barack Obama für die Wissenschafts- und Technologiepolitik des Weißen Hauses verantwortlich war.

Die Ergebnisse stützen sich auf die Daten von den 350 Filmen, die zwischen 2014 und 2017 an den Kinokassen die meisten Umsätze gemacht haben. Hauptrollen wurden als die Personen definiert, die in offiziellen Pressematerialien der Filme an erster Stelle gelistet werden.

„Die Wahrnehmung, dass es kein gutes Geschäft ist, weibliche Hauptrollen zu haben, ist nicht richtig", erklärt Christy Haubegger von der CAA gegenüber der New York Times. Im Gegenteil. 

Die Auswertungen zeigen, dass Filme mit weiblicher Hauptrolle auf jedem Budget-Level mehr eingespielt haben, als die mit männlichen Hauptrollen. Sei es mit unter 10 - oder über 100 Millionen US-Dollar Kapital:

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Grafik: shift7

Die Studie legt außerdem offen, dass Filme, die den Bechdel-Test bestanden haben, mehr Publikum angezogen haben als die, die durchgefallen sind. Der Bechdel-Test ist die einfache Probe, ob es in einem Film eine Diskussion zwischen zwei weiblichen Charakteren gibt, die sich um etwas anderes dreht als einen Mann.

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Grafik: shift7

Auch hier liegen die weiblicher geprägten Filme in jeder Budget-Kategorie vorne. Seit 2012 haben alle Filme, die mehr als eine Milliarde Dollar an den Kinokassen eingespielt haben, den Bechdel-Test bestanden.

Die Studie von der CAA und shift7 ist Teil eines größer angelegten Versuches, Hollywood dahingehend unter Druck zu setzen, dass sowohl mehr Frauen als auch farbige Menschen für Hauptrollen gecastet werden. Das ist nämlich leider immer noch die Ausnahme.

Die Frage ist, ob Hollywood das auch umsetzen will. Eine Studie der Diego State University hat herausgefunden, dass der Anteil von weiblichen Protagonisten mit Sprechrolle 2017 im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat. Nur ein Viertel der Hauptrollen letztes Jahr wurde von Frauen besetzt. Außerdem ging ein Drittel der „größeren Rollen“ an eine weibliche Besetzung. Laut CAA und shift7  könnte den Produzenten die Entwicklung finanziell teuer zu stehen kommen.

schja

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