Wer rausgeht, wird gespoilert

Wie zwei Studenten die Menschen mit fiktiven Netflix-Plakaten dazu bringen wollen, daheim zu bleiben.
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Foto: Seine Kongruangkit and Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo

„Manche Menschen haben leider mehr Angst vor Spoilern als vor dem Virus“, erzählt Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo (Spitzname Brave). So ist er gemeinsam mit Seine Kongruangkit auf die Idee gekommen, Spoiler im Kampf gegen das Coronavirus einzusetzen. Die beiden haben Plakate entworfen, die das Ende bekannter Serien vorhersagen. Und wollen so die Menschen davon abhalten, vor die Tür zu gehen.

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Foto: Seine Kongruangkit and Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo
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Foto: Seine Kongruangkit and Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo
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Foto: Seine Kongruangkit and Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo
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Foto: Seine Kongruangkit and Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo
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Foto: Seine Kongruangkit and Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo

Eigentlich leben die beiden in Deutschland. Brave hat gerade sein Studium mit dem Schwerpunkt Marketing, Media und Kommunikation in Hamburg an der Miami Ad School Europe beendet. Seine studiert dort noch. Aufgrund des Coronavirus sind die beiden vorübergehend in ihre Heimat nach Bangkok zurückgekehrt. „In Thailand gibt es aktuell wenig Aufklärung. Viele junge Leute denken, dass sich nur alte Menschen mit dem Virus infizieren“, meint Brave. 

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Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo, 25

Foto: Seine Kongruangkit and Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo

Daher haben die beiden überlegt, wie sie in der Situation helfen können: „Millionen von jungen Menschen haben Angst vor Spoilern. Sie kämpfen regelrecht dagegen an. Diese Angst wollen wir für die Bekämpfung des Coronavirus nutzen“, berichtet Seine. Sie haben sich zu Hause hingesetzt und fiktive Netflix-Plakate am Computer zusammengebaut. Sie verraten, wer bei Narcos am Ende gewinnt, wer bei Stranger Things und Haus des Geldes stirbt und wer bei bei Love is Blind heiratet.

Tricky dabei: Bisher lenken die Plakate nur virtuell Aufmerksamkeit auf das Problem des sich schnell ausbreitenden Virus. Denn die Schilder hängen noch nicht an U-Bahn-Stationen oder Häusern, sondern verbreiten sich in den sozialen Medien. Dennoch sorgen sie wohl dafür, dass sich Menschen mit dem Problem auseinandersetzen. Und erfüllen damit ihren Zweck.

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Seine Kongruangkit, 25

Foto: Seine Kongruangkit and Matithorn Prachuabmoh Chaimoungkalo

„Ich habe ehrlich gesagt nur Love is Blind und Stranger Things geschaut. Bei den anderen habe ich einfach das Ende gegoogelt“, erzählt Seine. Momentan gibt es die Werbetafeln nur im Netz. „Wir haben die thailändische Zentrale von Netflix in Singapur kontaktiert. Die haben gesagt, dass sie unsere Idee cool finden, aber nicht offiziell mitmachen können. Sie haben die Regel: Never spoiler the own shows. Das kann ich verstehen“, meint Brave.

Mit einem so großen Erfolg ihrer Kampagne haben die beiden nicht gerechnet: „Es ist total verrückt, welche Aufmerksamkeit unsere Plakate bekommen.” Die beiden hoffen, dass sie mit den Spoiler-Werbetafeln auf die rasante Ausbreitung von Covid-19 aufmerksam machen können.

bing

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