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Foto: sklls / Collage: jetzt.de

Die Idee

Als nach der Uni Freunde von uns in ihren Jobs anfingen, waren die oft gestresst und unsicher. Wir bekamen mit, dass es in Unternehmen häufig an guter Betreuung durch Coaches fehlt. Unabhängig von der Branche sind das Menschen, die mit den Anfängern an ihren sogenannte „soft skills“ wie Gesprächsführung oder Präsentationstechniken arbeiten. Diese Coaches sind aber sehr teuer und werden deshalb selten für Berufseinsteiger eingesetzt. Mit „sklls“  haben wir deshalb eine Software für Personalentwicklung entworfen, über die Berufseinsteiger online und jederzeit an ihren Techniken feilen können.

Das Coaching wird an konkreten Aufgaben festgemacht. Wenn du zum Beispiel eine Präsentation halten musst und die nicht gut lief, dann kannst du das mit dem digitalen Coach verbessern. Zuerst überlegst du anhand von Fragen, die dir sklls stellt, was falsch lief, und für das nächste Mal bekommst du einen Tipp, wie du es besser machen kannst. Vor der nächsten Präsentation wirst du dann über die Anwendung an diesen Tipp erinnert. 

Der Weg

Unser Team besteht aus drei Leuten: Zwei Psychologinnen und ein Ökonom. Seit 2014 feilen wir an der Idee. Schon während des Psychologiestudiums haben sich Verena und Marina, die dritte im Bunde, auf Coaching spezialisiert und Freunde dabei unterstützt, in ihren Jobs anzukommen. Wir sind alle drei schon länger befreundet und haben alle drei beschlossen, unsere sicheren Jobs für diese Idee zu verlassen.

 

Das Geld

Anfangs haben wir neben der Arbeit an Abenden und den Wochenenden gearbeitet, das war unbezahlt. Dann haben wir uns auf eine Förderung beworben und konnten uns selbst im Sommer dieses Jahres drei Vollzeitstellen auf ein Jahr einrichten. Mit der Förderung sind der Lebensunterhalt und gewisse Anschaffungen für ein Jahr finanziert. Wir müssen uns selbst versichern, was ziemlich teuer ist. Im nächsten Schritt hoffen wir dann, dass für jeden von uns 1800 bis 2000 Euro netto rausspringen.   

 

Der Erfolgsdruck

Unsere Förderung läuft noch neun Monate und danach müssen wir auf eigenen Beinen stehen. Dann hätten wir zwar noch ein wenig Erspartes, aber so weit soll es natürlich nicht kommen. Wir haben gefühlt hundert Szenarien durchgespielt und das schlimmste wäre sicherlich: Niemand kauft die Software und wir müssen wieder bei unseren Eltern einziehen. Im Idealfall kommen wir aber nach einem Jahr mit einem Überschuss raus und können den dann wieder in die Entwicklung der Firma investieren.

Zum Glück kommen wir aber auch aus Bereichen, in die man schnell wieder im Arbeitsmarkt einsteigen kann. Verena hatte erst Befürchtungen, dass ihre Familie die Entscheidung kritisch sieht. Das war im Endeffekt aber unberechtigt, unser Umfeld hat uns sehr dabei unterstützt.

 

Die Freizeit

Wir sind alle drei befreundet, Verena und Heinrich sind ein Paar. Das klappt aber ganz gut – wir haben schließlich zwei Psychologinnen im Team. Trotzdem unterhält man sich in der Freizeit natürlich dann oft weiter über die Arbeit. Das ist die Berufskrankheit. So richtig aus dem Kopf bekommt man das Projekt nie. Dadurch, dass wir zusammen wohnen, lassen sich Arbeit und Freizeit natürlich nicht komplett trennen. Wenn wir abends zusammen kochen, reden wir natürlich trotzdem manchmal noch über die Arbeit. Wir versuchen aber schon, gegen acht Feierabend zu machen.

Die Sache mit dem Home-Office

In unserer Wohnung haben wir unseren Esstisch durch zwei Schreibtische ersetzt. Unsere dritte Kollegin arbeitet in einem Büro in Konstanz, wir in unserer gemeinsamen Wohnung in München. Eine goldene Regel haben wir: den heiligen Sonntag. Am Sonntag darf nicht gearbeitet oder über Arbeit gesprochen werden. Auch keine E-Mails!   

 

Die Frage, die auf Partys immer gestellt wird

„Seid ihr dann bald bei ,Die Höhle der Löwen'?“ Da haben wir gar keine Lust drauf. Viele denken auch, dass man an Start-ups ein bis zwei Jahre arbeitet und dann die Idee für Milliarden verkauft. Wir sitzen auch nicht mit Latte Macchiato und Macbook im Café. Wir sehen uns eher als auf dem Boden gebliebenes Unternehmen. 

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