Dieser Instagram-Account fordert dazu auf, berühmte Kunstwerke nachzustellen

Das beliebteste Accessoire ist in der Corona-Krise dabei natürlich: Klopapier.

Foto: Instagram / tussenkunstenquarantaine

Es gibt Kunstwerke, die sind ikonisch, die kennen die meisten Menschen, auch wenn vielleicht nicht jede*r das Bild auf Anhieb einem Künstler oder einer Künstlerin zuordnen kann. „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci ist so eines oder Selbstportraits von Frida Kahlo. Ein Instagram-Account sammelt seit einigen Wochen Nachstellungen dieser und auch weniger bekannter Kunstwerke – denn viele Menschen haben derzeit ja ein bisschen mehr Zeit daheim als früher – zumindest diejenigen von uns, die nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten. Das Ergebnis: sehr kreative Adaptionen von Bildern, Fresken und Fotografien aus unseren Küchen, Wohnzimmern und Gärten.

Die Idee dazu hatte die 31-jährige Niederländerin Anneloes Officer. Das erste Bild, das sie auf ihrem Instagram-Account teilte, ist eine Nachstellung des berühmten Gemäldes „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Jan Vermeer. Der Perlenohring ist in diesem Fall eine Knoblauchknolle. Und die Idee begeistert so viele Menschen, dass der Kunst-Account mittlerweile mehr als 217 000 Follower*innen hat. Mehr als 100 Einsendungen bekommt sie jeden Tag, erzählt sie in einem Interview.

Scrollt man sich durch den Account, lassen sich ein paar Dinge feststellen:

1. Das „Letzte Abendmahl“ lässt sich herausragend modern interpretieren: 

Es ist das viellecht berühmteste Wandgemälde der Welt: „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci. Es wurde zwischen 1494 bis 1497 im Auftrag des Mailänder Herzogs Ludovico Sforza geschaffen und befindet sich im Speisesaal eines Klosters in Mailand.

Jetzt wurde es von denjenigen nachgestellt, die von unserer Gesellschaft gerade am dringensten benötigt werden: Ein Team aus Ärzt*innen und Pfleger*innen in Schutzkleidung versammelt sich um einen langen Tisch, so wie sich auf dem Bild die zwölf Apostel um Jesus herum versammelten.

Und dieses Bild beweist: Auch durch Kuscheltiere lassen sich die Apostel ersetzen – zumindest im Jahr 2020.

2. Portraits sind sehr beliebt – und alle lieben Frida Kahlo

Klar, ein Portrait ist leichter nachzustellen als eine komplexe Szene. Dieser Mann zum Beispiel hat sich an eine Abbildung des Heiligen Sebastian herangetraut, der der Legende nach von Pfeilen getötet wurde. Jetzt steckt statt eines Pfeils in der Brust eben ein Fieberthermometer unter der Achsel des Mannes.

Beliebt ist auch das Selbstportrait „Le fils de l'homme“ des belgischen surrealistischen Malers René Magritte aus dem Jahr 1964 – sein vielleicht bekanntestes Kunstwerk.

Und, immer wieder: Frida Kahlo. Die mexikanische Malerin schuf im Laufe ihrer Karriere viele Selbstportraits. Einige von ihnen dienen nun zur Inspiration.

Auch Pablo Picassos Portraits werden von vielen Menschen imitiert:

Diese Frau adaptiert das Bild „Seated Nude Girl“ des 55-jährigen amerikanischen Malers Jacob Collins. Das Bild entstand 2001.

Und auch ikonische Fotografien inspirieren: Dieses Paar hat sich an das Bild der Performance-Künstlerin Marina Abramovic und ihrem damaligen Partner Ulay herangewagt. Mit Erfolg.

3. Essen geht immer

Die minimalistischen Gemälde des niederländischen Malers Piet Modrian dienen schon lange Zeit als Quelle der Inspiration und werden zum Beispiel auf Socken, Sneaker, Kissenhüllen und Minikleider gedruckt– kein Wunder, dass sie auch in der Challenge auftauchen. Und Mondrian auf Toastbrot sieht doch auch ganz lecker aus, oder?

Hier wird ein Nachthimmel von Van Gogh aus Stoff, Orangen und einer Banane nachgestellt:

Und mit was sollte man die Jahreszeiten-Portraits des Renaissance-Malers Giuseppe Arcimboldo besser nachstellen als mit – genau – Obst und Gemüse?

4. Das beliebteste Accessoire: natürlich Klopapier

Wahrscheinlich noch nie wurde so viel über Toilettenpapier gesprochen, getwittert und geschrieben wie in den vergangenen Wochen. Menschen hamsterten die jetzt wohl kostbaren weißen Rollen, andere regte das auf, in den Supermärkten blieben zu Beginn der Pandemie zeitweise die Klopapier-Regale leer. Mittlweile hat sich das wieder eingerenkt. Und viele Menschen haben jetzt wohl so viel Toilettenpapier daheim, dass sie es als Requisiten für Kunst-Adaptionen verwenden können. Welch ein Luxus.

soas

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