Am „Equal Pay Day“ fahren Frauen in Berlin billiger Bus und U-Bahn

Die Aktion der BVG wird selbstverständlich von einigen Männern stark kritisiert.

Frauen fahren am Equal Pay Day vergünstigt.

Foto: Daniel Naupold/DPA

Am 18. März ist „Equal Pay Day“. Dieser Tag soll darauf aufmerksam machen, dass Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger verdienen als Männer, und demnach theoretisch die ersten 77 Tage des Jahres umsonst gearbeitet haben.

Diesen „Feiertag“ nimmt nun die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) zum Anlass, um an diesem Tag Frauen ein verbilligtes Tagesticket anzubieten - das Frauenticket. Frauen zahlen am Montag statt der üblichen sieben Euro für ein Tagesticket nur 5,50 Euro, also 21 Prozent weniger als gewöhnlich.

Die Tickets sind an allen Schaltern und Automaten erhältlich. Wird ein Mann dabei erwischt, wie er mit einem verbilligten „Frauenticket“ fährt, wird er wie ein Schwarzfahrer behandelt.

Die Aktion hat der BVG viel Lob eingebracht:

Insbesondere die Tatsache, dass auch Transgender-Frauen das Ticket erhalten, wurde gelobt:

Allerdings machten sich auch einige Menschen Sorgen um die BVG:

Zu Recht, wie sich zeigte, denn nicht jedem war diese Aktion genehm:

Und natürlich wurden (wir sind ja hier auf Twitter) auch ordentlich Äpfel mit Birnen verglichen:

Wieso Frauen so viel weniger verdienen als Männer, dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze: Zum Teil liegt es daran, dass Frauen häufiger Teilzeit arbeiten und in Branchen arbeiten, in denen man traditionell schlechter bezahlt wird. Aber auch der bereinigte „Gender Pay Gap“, wenn also all diese „verzerrenden“ Faktoren ausgerechnet werden, beträgt in Deutschland immer noch sechs Prozent.

Die BVG wird übrigens seit 2010 von Sigrid Evelyn Nikutta geleitet, die erste Frau an der Spitze des Unternehmens und auch die erste Person in der Chef-Etage, die das Unternehmen profitabel machte. 2014 schrieb die BVG erstmals in der Geschichte des Unternehmens schwarze Zahlen.  

chwae

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