14 000 Wissenschaftler unterstützen „Fridays for Future“-Bewegung

Überrascht, Herr Lindner?

Wissenschaftler von Scientists for Future mit den Aktivisten von Fridays for Future bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.

Foto: Scientists for Future

Christian Lindner findet politisches Engagement von Schülern toll. Globale Zusammenhänge zu erkennen, traut er ihnen aber nicht zu. Vor allem nicht beim Thema Klimaschutz. „Das ist eine Sache für Profis“, hat der FDP-Bundesvorsitzende am Sonntag getwittert.

Jene Profis melden sich nun zu Wort, lieber Herr Lindner. Und sie sagen: „Den jungen Menschen von ‚Fridays for Future/Klimastreik’ gebührt unsere Achtung und unsere volle Unterstützung.“ Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich zum Bündnis Scientists for Future zusammengeschlossen. 14 000 Forscherinnen und Forscher haben die Initiative bereits unterzeichnet. Jetzt haben sie eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht: „Nur, wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen.“

Bereits seit Mitte Februar haben die Wissenschaftler aus den Bereichen Klimaforschung, Nachhaltigkeitsforschung, Biodiversitäts- und Transformationsforschung ihre Stellungnahme zu den Klimaprotesten von Schülern ausgearbeitet. Am Dienstag haben sie die Erklärung bei der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Die Forscher fordern schnelles und konsequentes Handeln und nehmen die Politik in die Verantwortung, die notwendigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen: „Insbesondere muss klimafreundliches und nachhaltiges Handeln einfach und kostengünstig werden, klimaschädigendes Handeln hingegen unattraktiv und teuer.“

Die Wissenschaftler haben auch eine Liste mit 24 Fakten zum Klimaschutz erstellt. Sie erklären zum Beispiel, dass die Jahre 2015, 2016, 2017 und 2018 weltweit die heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren und, dass der Temperaturanstieg nahezu vollständig auf die von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen zurückzuführen sei.

Die Frist zur Unterzeichnung der Initiative läuft noch bis Donnerstagabend. Mitmachen können alle, die aktuell wissenschaftlich arbeiten oder früher in der Wissenschaft tätig waren. Wie es danach weitergeht, wissen die Forscher noch nicht. Auf scientists4future.org halten sie Interessierte auf dem Laufenden. Auch Greta Thunberg hat schon von der Aktion Wind bekommen. Sie freut sich über die Unterstützung.

mse