Max hat bei der Fortnite-WM 62 500 Dollar gewonnen

Und das Geld dann einem Tierheim in Berlin gespendet.
Interview von Sophie Aschenbrenner

Fortnite-WM: Max hat 62 500 Dollar gewonnen und alles gespendet.

Foto: privat

Vor mehr als 20 000  Zuschauer*innen hat Max Knabe am Wochenende in New York bei der Fortnite-WM gezockt. Im Arthur Ashe Stadium in Flushing Meadows werden in knapp einem Monat die Tennisprofis bei den US Open um den Titel kämpfen – am vergangenen Wochenende aber ging es um E-Sport. Der Berliner Youtuber „HandOfBlood“, der sich „Hänno“ nennt und eigentlich Max heißt, konnte mit seinem Team aus Berlin-Spandau insgesamt 250 000 Dollar erspielen, von denen ihm 62 500 US-Dollar (umgerechnet: 56 500 Euro) zustehen. Klingt zwar wenig im Vergleich zu den 30 Millionen Dollar, die bei der WM insgesamt an Preisgeldern vergeben wurden. Ist aber für einen Normalsterblichen doch verdammt viel. Max aber hat das Geld nicht für sich behalten, es angelegt oder sich mal einen fetten Urlaub gegönnt. Der 27-Jährige hat es gespendet. Wir haben mit ihm über die WM und über seine Gründe, die 62 500 Dollar einem Tierheim in Berlin zu schenken, gesprochen.

jetzt: Max, wie war es für dich, an der Fortnite-WM teilzunehmen?

Max: Das war wirklich eine krasse Erfahrung. Ich war das erste Mal in New York und war ohnehin wahnsinnig gespannt. Es war echt aufregend.

Und wie fühlt es sich an, dort vor so vielen Zuschauer*innen zu zocken?

Es war toll. Ich stehe häufiger auf der Bühne, als Spieler oder als Moderator. Deswegen war ich nicht so nervös. Zudem kannte mich als deutschen Youtuber dort eigentlich niemand, und daher war ich noch ein bisschen entspannter. Ich bin eine Rampensau und habe es dort sehr genossen.  

Welche Erwartungen hattest du an das Event?

Generell schon hohe Erwartungen. Und: So eine hohe Summe an Preisgeldern hatte der Fortnite-Publisher Epic Games noch nie angesetzt. Für alle Wettbewerbe in diesem Jahr wurden insgesamt 100 Millionen Dollar Preisgeld veranschlagt. Das ist eine Summe, die es noch nie beim E-Sport gab.

„Mir ist es wichtig, für etwas zu spenden, zu dem ich einen Bezug habe“

Du hast 62 500 Dollar gewonnen. War für dich dann gleich klar, dass du das Geld spenden wirst?

Ja, eigentlich schon. Ich hatte nie wirklich damit gerechnet, dieses Geld zu besitzen. Klar, ein Teil stellt sich dann doch vor, was man damit machen könnte. Aber irgendwie wusste ich dann schnell, dass ich es spenden möchte.

Wieso hast du dich ausgerechnet für dieses Tierheim entschieden?  

Mir ist es wichtig, für etwas zu spenden, zu dem ich einen Bezug habe. Mich haben natürlich auch Menschen gefragt, wieso ich nicht zum Beispiel für Kinder spende, die in Armut leben, oder für Sea Watch. Aber ich habe zu diesem Tierheim einen starken Bezug. Ich habe dort vor einem Jahr meinen Hund Falko gefunden und ihn dann adoptiert.

Und dann bist du mit dem Tierheim in Verbindung geblieben?

Genau. Seitdem sammle ich in meinem Live-Stream Spenden für das Tierheim und wollte jetzt auch diese große Summe an das Tierheim spenden. Die Menschen da haben sich natürlich total gefreut. Ich hoffe, dass ich durch die Aktion auch den ein oder anderen bewegen kann, sich selbst zu engagieren oder zu spenden.

Und wie geht es jetzt weiter für dich und Fortnite?

Ich werde auf jeden Fall weiterspielen und an Wettbewerben teilnehmen. E-Sport bedeutet für mich sehr viel, und ich finde es schade, dass er in unserer Gesellschaft so einen schlechten Stand hat. Ja, es gibt Spielesucht. Aber gemeinsam zu spielen kann Menschen auch zusammenbringen. Deswegen finde ich es auch enttäuschend, dass E-Sport vom Deutschen Olympischen Sportbund nicht als richtiger Sport anerkannt wird. Dadurch fehlt es den Vereinen an Möglichkeiten, überhaupt gemeinnützliche Arbeiten auszuüben. Denn: Gemeinsam in einem Verein zu spielen vermittelt Kindern und Jugendlichen ja auch sehr viele soziale Kompetenzen, wie anderer Sport auch.

  • teilen
  • schließen