Megan Rapinoe will nicht ins Weiße Haus

Selbstverständlich hat Donald Trump auf Twitter reagiert.

Foto: AFP/Franck Fife

Megan Rapinoe weigert sich, das Weiße Haus zu besuchen. „I’m not going to the fucking White House“ – so reagierte die US-Nationalspielerin in einem Interview mit dem Magazin „Eight by Eight“ auf die Frage, ob sie sich nach einem möglichen WM-Sieg freuen würde, sollte Präsident Trump sie ins Weiße Haus einladen. Ohnehin bezweifle sie, dass die Mannschaft nach dem Gewinn überhaupt eine Einladung erhalten werde.

Rapinoe war bereits häufiger durch politische Statements aufgefallen. Bei dieser WM singt sie aus Protest die Nationalhymne nicht mit und verschränkt die Hände hinter dem Rücken, statt die Hand auf die Brust zu legen wie ihre Teamkolleginnen. Damit möchte sie auf Ungerechtigkeit gegenüber Minderheiten aufmerksam machen. In einem Interview mit Yahoo-Sports bezeichnete sie den Protest als freundliches „F' you“ an die Trump-Regierung. 

Stellung bezogen hat sie auch, als der Football-Quaterback Colin Kaepernick 2016 während der Nationalhymne kniete, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Als erste weiße Person und als erste Frau schloss sich Rapinoe ihm an. Später wurde das Knien verboten – vom US-amerikanischen Fußballverbund, gegen den Rapinoe gemeinsam mit den anderen Nationalspielerinnen des US-Teams ohnehin derzeit klagt.  Der Grund: Geschlechterdiskriminierung.

Megan Rapinoe ist nicht die erste Sportlerin, die einen Besuch im Weißen Haus vergweigert. Im Februar haben mehrere Super-Bowl-Spieler die Einladung ins weiße Haus aus politischen Gründen ausgeschlagen.

Mittlerweile hat sich US-Präsident Donald Trump zu Rapinoes Statement geäußert. Auf Twitter schreibt er: „Ich bin ein großer Fan vom amerikanischen Team, von Frauenfußball, aber Megan sollte erst GEWINNEN, dann REDEN! Erledige deinen Job! Wir haben bisher weder das Team noch Megan eingeladen, aber das Team laden wir hiermit ein, ob sie gewinnen oder nicht. Megan sollte nicht respektlos gegenüber unserem Land, dem Weißen Haus oder unserer Flagge sein. Insbesondere weil wir so viel für sie und ihr Team getan haben. Sei stolz auf die Flagge, die du trägst. The USA is doing GREAT!“ 

fsk