Trolle hetzen gegen Katie Bouman

Dass die Forscherin für ihre Beteiligung am Foto eines schwarzen Lochs gefeiert wird, finden sie unfair.

Foto: California Institute of Technology

Kaum war über soziale Netze bekannt geworden, dass die Informatikerin Katie Bouman zu großen Teilen mitverantwortlich ist für das erste Foto eines schwarzen Lochs, krochen aus denselben auch prompt unterbeschäftigte Sexisten heraus und verbreiteten im Netz Verleumdungen der jungen Forscherin und attackierten sie direkt. Und wer bei Youtube nach „Katie Bouman“ suchte, der bekam dank des berüchtigten Youtube-Algorhithmus an erster Stelle ein Video, das Dr. Bouman direkt mit dem Titel „Woman Does 6% of the Work but Gets 100% oft he Credit: Black Hole Photo“ angriff. In diesem und anderen Beiträgen verbreiteten die Trolle die Verschwörungstheorie, dass Bouman gerade mal sechs Prozent des Algorhithmus verfasst habe, der ganz große Rest sei von einem Mann namens Andrew Chael geschrieben worden, der aber keine Anerkennung dafür erhalten habe.

Dieser besagte Forscher Andrew Chael hat dieser Interpretation der Fakten längst widersprochen: Er habe mitnichten 850 000 Zeilen Code geschrieben und er bestätigte, dass Bouman nicht nur am Algorhithmus mitgearbeitet habe und zudem verantwortlich für die Bilderarbeitungsprozesse und die Verifizierung war. Zudem habe Bouman nie versäumt, zu erwähnen, dass das Foto das Endergebnis einer Gruppenarbeit gewesen war. Die Angreifer und Trolle forderte Chael auf, mit ihren sexistischen Angriffen auf seine Kollegin aufzuhören.

Youtube wurde in der Zwischenzeit von vielen Nutzern über das zweifelhafte Suchergebnis informiert und gab in diesem Fall sogar eine öffentliche Reaktion heraus, in der das Suchergebnis in Ansätzen erklärt wurde. 

 Bis heute sind allerdings unter den Top 10 der Sucherergebnisse für „Katie Bouman“ mehrere Videos auf Youtube, die Verschwörungstheorien über die Frau verbreiten.

chwae

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