Große Aufregung um Adam Levines Nippel beim Super Bowl

Das ist zwar fair, zeigt aber auch, wie lahm die Halbzeit-Show war.

In der Halbzeit des Super Bowls traten Maroon 5 auf – relativ unspektakulär, nur Adam Levines Nippel sorgten für Furore.

Foto: dpa/Kevin Lamarque

Man könnte meinen, die Welt habe sich inzwischen an nackte Oberkörper gewöhnt. Wir sehen sie in der Werbung, im Freibad, beim Sport und machen keine große Sache draus. Es gibt aber ein Event, an dem auf Nippel offenbar niemand so recht klarkommen mag: den Super Bowl. Das wissen wir spätestens nun, da Adam Levine, der Frontmann von Maroon 5, seinen nackten Oberkörper während der weltberühmten Halbzeitshow zeigte.

Seither trenden Adams Nippel auf Twitter. Und das tun sie in der Hauptsache eben nicht, weil sie arg toll geformt oder verziert oder sonst irgendwie besonders sind. Sondern, weil sie viele an einen Vorfall beim Super Bowl 2004 erinnern, über den sich viele aufgeregt haben. Da ging es aber um weibliche Nippel.

Genau: Janet Jackson wurde 2004 noch extrem dafür abgewatscht, dass einer ihrer Nippel in der Halbzeitshow zu sehen war. Der Vorfall ging als „Nippelgate“ in die Geschichte ein. Dabei war das Ganze, wie sie immer wieder beteuerte, nicht geplant – und auch nicht ihre Schuld: Schließlich hatte Justin Timberlake ihr das Oberteil heruntergerissen. Jackson bedeckte sich außerdem schon Sekunden später, sobald ihr das Malheur auffiel.

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Daher also nun eine Welle des Entsetzens, nachdem Adam Levine sich nicht nur einen Moment versehentlich entblößte, sondern eine gute Weile lang bewusst oberkörperfrei performte. Das Ganze sei einfach ungerecht, schreiben Tausende. Warum ist es Männern erlaubt, überall ihre Brust zu zeigen und Frauen nicht? Auch in sozialen Netzwerken ist es Männern erlaubt, oberkörperfrei zu posieren, Bilder von weiblichen Nippeln allerdings werden entfernt. Adam Levine drohen zumindest wegen des Zeigens seiner Brustwarzen keine rechtlichen Konsequenzen.

Es gibt aber auch Gegenstimmen. Während manche sich aufrichtig darüber freuen, dass sie den Sänger endlich oberkörperfrei bestaunen durften, finden andere die Diskussion einfach überflüssig.

Und vielleicht wäre die Diskussion tatsächlich nicht so ausgeartet, wären in der Halbzeitshow von Maroon 5 noch andere spannende Dinge passiert. Tatsächlich aber war der Auftritt ähnlich langweilig und unspektakulär wie der diesjährige Super Bowl insgesamt.

Dabei hatten viele sich eine politische Botschaft der Musiker erwünscht. Auch weil, seit Donald Trump Präsident ist, die National Football League (NFL) immer weiter politisiert wird. Denn dass Spieler 2017 als Zeichen gegen Polizeigewalt gegen Schwarze auf dem Feld knieten, verärgerte den US-Präsidenten, der boykottiert seither quasi die NFL. Aber vielleicht muss man sich mit den politischen Aktionen im Vorfeld zufriedengeben: Rihanna beispielsweise hatte den Auftritt beim Superbowl abgelehnt – aus Solidarität mit Football-Star Colin Kaepernick, der quasi das Symbol des knienden Protests ist.

lath

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