Indische Nationalist*innen verbrennen Bilder von Greta Thunberg

Auf Kundgebungen in Indien wurden auch Bilder von Greta Thunberg verbrannt.
Foto: Danish Siddiqui/REUTERS

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In Indien brennen Poster von Greta Thunberg und Rihanna. Nationalist*innen zündeten sie öffentlichkeitswirksam an, nachdem sich die schwedische Klimaaktivistin und die US-Sängerin auf Twitter mit den dortigen Bauernprotesten solidarisiert hatten. Auf Transparente steht außerdem, die „internationale Einmischung“ werde nicht toleriert. Auch die indische Regierung kritisierte die Tweets von Greta Thunberg und Rihanna: „Bevor in solchen Angelegenheiten schnell kommentiert wird, ermahnen wir, dass Fakten ermittelt und ein angemessenes Verständnis der vorliegenden Sachverhalte vorgenommen wird“, hieß es in einer Mitteilung. 

Sängerin Rihanna hatte auf ihrem Twitter-Profil am vergangenen Dienstag einen CNN-Artikel über die Proteste der Landwirte geteilt. „Warum reden wir nicht darüber?“, schrieb sie dazu. Wenige Stunden später teilte auch Greta Thunberg den Artikel, inklusive Solidaritätsbekundung: 

Hintergrund ist, dass bereits seit November Zehntausende Landwirt*innen in Außenbezirken der Hauptstadt Neu-Delhi kampieren, um gegen eine Agrarreform zu protestieren. Durch die Reform sollen die Landwirt*innen ihre Ware direkt an Privatunternehmen verkaufen können und nicht, wie zuvor, auf staatlich organisierter Großmärkten mit Mindestpreisen. Diese Marktliberalisierung soll den Erzeuger*innen laut Regierung ermöglichen, höhere Gewinne zu erzielen. Die Bäuerinnen und Bauern befürchten jedoch, dass dadurch genau das Gegenteil eintritt – und sich durch Preisverfall die Armut noch verschärfen würde. 

Vergangene Woche spitzte sich die Lage zu: Es kam zu Zusammenstößen zwischen den Landwirt*innen und der Polizei, die Tränengas und Schlagstöcke einsetzte. Zeug*innen berichteten, ein Protestteilnehmer sei dabei erschossen worden. Die Behörden behaupteten jedoch, der Mann sei von einem umstürzenden Traktor getroffen worden.

„Kein Hass, keine Drohungen oder Menschenrechtsverletzungen werden das ändern“

Nach den Tweets von Greta Thunberg und Rihanna soll nun auch eine Untersuchung durch die indischen Polizei eingeleitet worden sein. Zudem hatte die indische Regierung die Sperrung von 250 Twitter-Accounts angeordnet. Nachdem Twitter diese wieder freigegeben hatte, drohte die Regierung dem Kurznachrichtendienst mit Strafen. Thunberg ließ sich davon jedenfalls nicht einschüchtern und setzte einen weiteren Tweet ab, in dem sie ihre Unterstützung für die Bauernproteste erneut bekräftigte. „Kein Hass, keine Drohungen oder Menschenrechtsverletzungen werden das ändern“, beteuerte sie. 

Auch Pornostar Mia Khalifa schloss sich Rihanna und Thunberg an und postete ein Foto des Protests, auf dem ein Mann ein Transparent mit der Aufschrift „Stop Killing Farmers“ hochhält. Ebenso teilte  Meena Harris, die Nichte der US-Vizepräsidentin Kamala Harris, das Bild auf Twitter und verurteilte den Umgang mit den Protesten in Indien

Auf die Seite der Regierung schlug sich allerdings Bollywood-Star Kangana Ranaut. Ebenfalls auf Twitter bezeichnete sie die demonstrierenden Bauern als „Terroristen“ und warf ihnen vor, das Land spalten zu wollen. Sie verurteilte auch Rihannas Tweet und bezeichnete sie als „Dummkopf“. Zahlreiche Nutzer*innen kritisierten daraufhin Kangana Ranaut für ihr Statement. 

fsk

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