Diese LGBTQ-Politiker*innen werden nach der US-Wahl wichtig

Neben der bekannten Sarah McBride wurden auch weitere homosexuelle und trans Menschen in wichtige politische Ämter gewählt.
Von Mayank Sharma
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Foto: Alyssa / Adobe Stock

Bei der US-Wahl stimmte die dortige Bevölkerung nicht nur über ihren zukünftigen Präsidenten ab – auch das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats wurden neu gewählt. In weiteren Wahlen wurden zudem in den einzelnen Bundesstaaten auf föderaler und lokaler Ebene verschiedene Ämter neu besetzt. Viele Bundesstaaten und Landkreise wählten neue Landesparlamente, Regierungschef*innen, Bürgermeister*innen und Stadträt*innen. Dabei lässt sich eine Entwicklung beobachten, die insbesondere in der LGBTQ-Community gefeiert wird: Die Politik in den USA ist neuerdings diverser geworden.

Schon Anfang Oktober gab der LGBTQ Victory Fund bekannt, dass mehr als 1000 Menschen, die sich als LGBTQ geoutet haben, für verschiedene politische Ämter zur Wahl stünden. Das sei ein historischer Höchststand in den USA. Gegenüber den Zwischenwahlen vor zwei Jahren habe die Anzahl der LGBTQ-Kandidat*innen damit um 41 Prozent zugenommen. Mit dem Ziel, durch Repräsentation mehr Gleichberechtigung zu erreichen, unterstützt der Victory Fund LGBTQ-Kandidat*innen bei ihrem Weg in die US-Politik. 

Kurz nach der Wahl stand bereits fest: Mindestens 160 dem Victory Fund bekannte LGBTQ-Personen wurden in politische Ämter auf allen Ebenen gewählt. Wir stellen fünf der neu gewählten LGBTQ-Politiker*innen vor. 

Ritchie Torres (32), Abgeordneter im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten

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Foto: Adam Hunger

Gemeinsam mit Mondaire Jones wird Ritchie Torres einer der ersten schwulen, Schwarzen Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus in der Geschichte des Landes sein. Der Demokrat hat afro-lateinamerikanische Wurzeln. Mit 25 Jahren wählten ihn die Bürger*innen der Bronx in den Stadtrat New Yorks. Damit war er der erste offen homsexuelle Abgeordnete des Bezirks. Als Kind der Bronx und Sohn einer alleinerziehenden Mutter wuchs er in prekären Verhältnissen auf. Torres kennt die Unzulänglichkeiten des US-amerikanischen Sozialsystems deshalb aus eigener Erfahrung. In zwei Legislaturperioden setzte sich Ritchie im Stadtrat für die Belange der sozial Benachteiligten seiner Stadt ein. Seine Hauptanliegen sind der Ausbau des Sozialstaats und die Stärkung der Rechte von LGBTQ-Personen.

Mondaire Jones (33), Abgeordneter im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten

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Foto: Kathy Willens / dpa

Mondaire Jones und Ritchie Torres schreiben Geschichte als die ersten schwulen, Schwarzen Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus. Auch Mondaire wuchs als Sohn einer alleinerziehenden Mutter in New York auf und litt unter den ärmlichen Verhältnissen. Später studierte er in Stanford und Harvard Jura und engagierte sich ehrenamtlich als Strafverteidiger für mittellose Angeklagte. Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit seinem Mitstreiter Ritchie Torres im Repräsentantenhaus sagte Mondaire CBS News gegenüber, dass sie mit der Ausübung des Amts die Chance hätten, die Vorbilder zu sein, nach denen sie als Heranwachsende immer gesucht hätten. Insbesondere für junge queere People of Color möchte er eine Vorbildfunktion einnehmen.

Adrian Tam (28), Abgeordneter im Landesparlament Hawaii

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Foto: privat

Die Wahl des 28-jährigen schwulen Demokraten in das hawaiianische Landesparlament ist insofern eine Sensation, als dass Adrian Tam der einzige LGBTQ-Abgeordnete des Bundesstaates ist. Außerdem konnte er sich in seinem Wahlbezirk gegen seinen rechtsextremen Herausforderer Nick Ochs durchsetzen, der der paramilitärischen Gruppe Proud Boys nahesteht. Der Sohn asiatischer Immigrant*innen wuchs in Honolulu auf und studierte Geschichte in Pennsylvania. Als er nach Hawaii zurückkehrte, fand er seinen Weg in den öffentlichen Dienst und kandidierte schließlich für die Demokraten. Zuvor hatte er sich bereits erfolgreich für die Rechte Homosexueller eingesetzt.

Sharice Davids (40), Abgeordnete im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten

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Foto: Charlie Riedel / AP

Die Demokratin Sharice Davids ist die erste offen lesbische Frau, die je aus Kansas in das US-Repräsentantenhaus entsandt wurde. Außerdem ist sie als eine der ersten weiblichen Nachfahren amerikanischer Ureinwohner in diesem Gremium vertreten. Sie gehört dem Volk der Winnebago an und wurde bereits zum zweiten Mal als Abgeordnete gewählt. Sharice ist als Rechtsanwältin die erste Akademikerin ihrer Familie. 

Taylor Small (26), Abgeordnete im Landesparlament Vermont

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Foto: James Buck

Taylor Small wurde als erste trans Person zur Abgeordneten im Landesparlament von Vermont gewählt. Die 26-jährige Demokratin hat es sich zur Aufgabe gemacht, LGBTQ-Rechte und Interessen in ihrem Bundesstaat zu stärken. Zurzeit ist sie Leiterin einer NGO, die sich für den Zugang von marginalisierten Gruppen zur Gesundheitsversorgung einsetzt. Unter dem Namen Nikki Champagne tritt Taylor Small außerdem als Dragqueen auf und veranstaltet Lesungen sowie Varieté Shows.

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