AfD ist die stärkste Partei bei jungen Wählern

So haben Menschen unter 30 bei der Landtagswahl in Thüringen abgestimmt.

  • Insgesamt ist die Linke in Thüringen mit 31 Prozent der deutliche Wahlgewinner – bei den unter 30-Jährigen schaffte die Partei jedoch nur den zweiten Platz. Im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl 2014 konnte die Linke, die sich in ihrem Wahlkampf vor allem auf den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow konzentrierte, bei den jungen Wähler*innen rund drei Prozent wettmachen und kommt jetzt auf 22 Prozent der Stimmen.
  • Wie bereits bei der Landtagswahl in Sachsen, ist die AfD bei den Wähler*innen unter 30 Jahren die stärkste Kraft. Tatsächlich trifft das für fast alle Altersgruppen in Thüringen zu – nur die über 60-Jährigen haben häufiger die Linke gewählt als die AfD. Der Trend, dass junge Menschen verstärkt AfD wählen, zeichnet sich in Thüringen bereits seit 2014 ab. Von 16 Prozent konnte die Partei ihre Ergebnisse nun um 50 Prozent verbessern – und wurde von den unter 30-Jährigen zu 24 Prozent gewählt. 
  • Die Schlussfolgerung, dass bei dieser Wahl vor allem Parteien vom politisch rechten und linken Rand profitiert haben, ist trotzdem nicht zutreffend. Im bundesweiten Vergleich gilt der thüringische Landesverband der AfD aufgrund von Aussagen ihres Spitzenkandidatens Björn Höcke und seinem „Flügel“ zwar als „besonders rechts“, die thüringische Linke dagegen kann dank des pragmatischen Kurses von Bodo Ramelow fast als eine Partei der Mitte gezählt werden.

Nur 11 Prozent der Jungen haben für die Grünen gestimmt

  • Die CDU ist in Thüringen mit ihren insgesamt 21, 8 Prozent die drittstärkste Kraft – kein gutes Ergebnis für eine Partei, die vor einer Legislaturperiode noch den Ministerpräsidenten gestellt hat. Bei den unter 30-Jährigen sieht es sogar noch schlechter aus. Da haben nur 13 Prozent ihre Stimme für die Christdemokraten abgegeben. 2014 waren es noch 28 Prozent.
  • Die SPD landet – wie auch im September in Sachsen – im einstelligen Bereich. 8,2 Prozent holten die Sozialdemokraten insgesamt, bei den Jungwähler*innen waren es nur rund sieben Prozent, noch einmal zwei Prozent weniger als bei der vergangenen Wahl. 
  • Das Gesamtergebnis der Grünen (5,2 Prozent) ist in Thüringen im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik ungewöhnlich niedrig. Noch gravierender ist der Unterschied bei den Jungen: Nur 11 Prozent haben für die Umweltpartei gestimmt. Das ist überraschend, da die Grünen sonst bei den jungen Wähler*innen oft auf dem ersten Platz liegen. Trotzdem legte die Partei bei der jungen Altersklasse im Vergleich zu 2014 um zwei Prozent zu.

mpu

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