„Heute wäre ein guter Tag, um unauffällig zurückzutreten“

Erst AKK, dann Jürgen Klinsmann und Reinhard Marx: Die unterhaltsamsten Reaktionen auf die Rücktritts-Welle.

Foto: Kay Nietfeld, Andreas Gora, Tobias Hase/dpa; Bearbeitung: jetzt

Diese Woche ist erst zwei Tage alt – dennoch sind in ihr schon drei der bekanntesten Deutschen aus wichtigen Führungspositionen zurückgetreten (Stand: Dienstagnachmittag). Los ging es am Montag mit Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie kündigte an, ihren Posten als CDU-Vorsitzende abzugeben und auch nicht als Kanzlerin kandidieren zu wollen.

Dienstagvormittag dann wurden innerhalb weniger Minuten zwei Rücktritte bekannt: Jürgen Klinsmann will als Trainer des Berliner Fußballclubs Hertha BSC aufhören. Und Kardinal Reinhard Marx will nicht länger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz sein. Seitdem geht es auf Twitter rund, die Nutzer*innen stellen jede Menge Theorien auf, wie es nun weitergehen könnte.

1. Die Postentausch-Theorie:

Sehr, sehr viele Menschen denken sich jetzt: Mensch, der Klinsmann, der wäre doch auch bei der CDU gar nicht so schlecht, oder? Wollen doch immer alle frischen Wind in der Politik! Kardinal Marx, könnte der vielleicht Hertha den Glauben an sich selbst wieder ein bisschen näher bringen und die Mannschaft von Tabellenplatz 14 wieder nach vorne predigen? Und AKK – die ist ja immerhin christlich. Da ist die Bischofskonferenz ja auch nicht so weit weg.

2. Die Gründungs-Theorie:

Wenn Menschen von einer Führungsposition zurücktreten, wissen sie oft schon genau, was sie danach machen: AKK zum Beispiel will noch Verteidigungsministerin bleiben. Kardinal Marx möchte sich mehr auf seine Arbeit in Freising und in München konzentrieren. Und Klinsmann? Kündigt nach nur zehn Wochen bei Hertha zwar auf Facebook seinen Rücktritt an und spricht von „mangelndem Vertrauen“ – im Aufsichtsrat des Clubs will er aber dennoch bleiben.

Es könnte ja aber auch alles ganz anders kommen: Eröffnen die drei ein politisches Schweigekloster mit fußballerischer Nachwuchsförderung? Eine Coaching-Agentur mit dem Namen „Ist es am schönsten, soll man gehen?“ – man weiß es nicht. Doch die Idee eines gemeinsamen Start-ups ist doch ganz nett.

3. Die Es-könnten-jetzt-noch-mehr-Menschen-zurücktreten-Theorie:

Schon am Montag wurden Rufe nach einem Rücktritt von FDP-Chef Christian Lindner laut, die auch jetzt noch nicht verstummt sind. Außerdem trendet auf Twitter gerade der Name von Verkehrsminister Andreas Scheuer. Denn einige finden: Jetzt, bei der ganzen Aufregung, würde das doch gar nicht so arg auffallen, wenn er seinen Posten einfach auch noch schnell aufgeben würde.

Tatsache ist: Heute ist ja erst Dienstag – und die Woche ist noch lang.

soas

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