Es gibt jetzt „Corona-Stipendien“ – für Studierende, die helfen

Mit 500 Euro im Monat sollen einige Studierende gefördert werden. Das Projekt haben zwei junge Gründer*innen gestartet.

Alexander Gassner and Mira Maier haben das Start-up gegründet, dass nun Stipendien verteilt.

Foto: myStipendium

Die Corona-Krise mobilisiert vielerorts Helfer*innen. Es werden Lieferdienste gegründet, die Risikogruppen versorgen, Telefonseelsorgen aufgestockt, Masken genäht. Unter den Helfenden sind auch viele Student*innen. Da die Universitäten aktuell noch geschlossen sind und viele Nebenjobs coronabedingt wegfallen, nutzen sie ihre freie Zeit, um sich zu engagieren. Um finanzielle Engpässe abzufangen und das Engagement der Student*innen zu würdigen, bietet die allgemeinnützige Organisation myStipendiumnun ein „Alltagshelden-Stipendium“ in Höhe von 500 Euro pro Monat an. 

„Gesucht werden Student*innen, die ihre Zeit, ihre Energie und ihre Gesundheit für ihre Mitmenschen geben“, heißt es in der Ausschreibung für das Stipendium. „Mit dem Stipendium soll finanzielle Freiheit geschaffen werden, die engagierten Student*innen oft fehlt“, erklärt Mira Maier. Die 34-Jährige ist die Gründerin und Geschäftsführerin des Social Start-ups, ihr Co-Gründer ist Alexander Gassner. Auf ihrer Plattform myStipendium.de werden verschiedene Stipendien angeboten, sie lassen sich nach individuellen Anforderungen und Leistungen  filtern. Finanziert wird das neue „Alltagshelden-Stipendium“ nun über Premium-Partner der Plattform. „Einige Stipendiengeber bekommen einen besonderen Platz auf der Website. Die Einnahmen, die wir dadurch erzielen, fließen in das Corona-Stipendium“, sagt Mira.

„Eine Bewerberin arbeitet als Sterbebegleiterin auf einer Isolationsstation“

„Im Zuge der Corona-Pandemie bieten wir nun selbst eine Förderung an, um dem Einsatz der Helfer*innen Anerkennung zu schenken. Oft sieht man das Engagement der junge Leute gar nicht. Wir haben zum Beispiel Bewerbungen von Student*innen erhalten, die gerade in Krankenhäusern putzen oder den Müll trennen. Sie haben keinerlei medizinische Qualifikation und leisten dennoch einen wichtigen Beitrag”, sagt Mira. Insgesamt haben sich ihren Angaben zufolge etwa 400 Student*innen für das „Corona-Stipendium“ beworben. 

Unter den Bewerber*innen sei auch eine Studentin, die als Sterbebegleiterin auf einer Isolationsstation für COVID-19-Patient*innen arbeitet. Ein anderer betreue Patient*innen im Hospiz, die aufgrund des Coronavirus kaum noch Besuch erhielten. Zudem gebe es Bewerber*innen, die Masken nähen und den Erlös an Einrichtungen für Obdachlose spenden oder ihre musikalischen Fähigkeiten nutzen und vor Seniorenheimen musizieren. 

„Für das Stipendium können sich ausschließlich Student*innen bewerben, die sich während der Corona-Krise sozial engagieren. Es ist jedoch egal, ob diese bereits einen Lohn für ihre Arbeit bekommen, da sie etwa als Erntehelfer*innen aushelfen, oder die Arbeit rein ehrenamtlich machen. Die Förderung bieten wir gleichermaßen an. Für viele Helfer*innen steht nämlich nicht die Vergütung im Vordergrund. Sie könnten jetzt womöglich auch woanders arbeiten und dort mehr verdienen, setzen sich aber für das gesamtgesellschaftliche Wohl ein”, erklärt Mira. 

bing

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