Amira ist erst vor dem Krieg und dann vor ihrem Mann geflohen

Hunderttausende in Deutschland sind von Partnerschaftsgewalt betroffen, Geflüchtete besonders stark. Die junge Mutter Amira ist eine von ihnen.
Von Hanna Winterfeld
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Foto: doidam10 / stock.adobe.com

Triggerwarnung: In diesem Text kommen Gewalt und selbstschädigendes Verhalten vor.

 

Es war Nacht, Amira (Name geändert*) lag mit offenen Augen in ihrem Bett. Neben sich hörte sie den regelmäßigen Atem ihres Babys, vor der Schlafzimmertür die Schritte ihres Mannes, der unruhig vor ihrer Zimmertür auf und ab lief. Sie starrte zur Decke, ihr Herz raste, die Angst drückte auf ihre Brust und schnürte ihr die Kehle zu. Würde er das, was er bereits vorher versucht hatte, heute Nacht zu Ende bringen? In diesem Moment der Angst und Verzweiflung wurde Amira klar, dass sie erneut fliehen musste: raus aus dieser Hölle, dieser Wohnung, die eigentlich das Ende einer langen Flucht und der Anfang eines Lebens in Sicherheit sein sollte.

Wenn Amira erzählt, wirkt sie bedrückt und viel älter als Anfang 20. Sie hat lange braune Haare, die sie beim Erzählen immer wieder hinter ihr Ohr streicht. Vor fünf Jahren ist Amira mit ihrem Mann, dem neugeborenen Baby und ihrem Bruder nach Deutschland gekommen. Sie musste vorher in Syrien ihre Heimat und dann in der Türkei ihre Eltern zurücklassen. Mit einem Schlauchboot erreichte sie Europa, lief zu Fuß über die Grenzen, das Neugeborene auf dem Arm. In Deutschland, das hoffte sie, würden sie Sicherheit und Frieden finden. Doch zunächst kam alles anders: Bei der Ankunft wurde Amira von ihrem Bruder getrennt. Ihre kleine Familie zog von einem Camp in verschiedene Heime, schließlich in eine gemeinsame Wohnung. „In dieser Zeit wurde mein Mann einfach anders, als ob er eine Maske abgelegt hätte“, erzählt Amira. Anders, das heißt: gewalttätig.

Etwa jede vierte Frau hat körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren (Ex-)Partner erlebt

Schicksale wie Amiras sind keine Einzelfälle in Deutschland. Laut einer Statistik des Bundeskriminalamtes (Stand 2018) wurden 140 755 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt; 81 Prozent davon sind Frauen. Eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland kam zu dem Ergebnis, dass etwa jede vierte Frau mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner oder Expartner erlebt hat. Geflüchtete Frauen sind aufgrund von Abhängigkeiten besonders stark betroffen.

Christina Clemm ist Strafverteidigerin und Nebenklagevertreterin von Opfern sexualisierter und rassistisch motivierter Gewalt. Sie erklärt: „Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem mit gewaltigen Ausmaßen. Sie kommt in jeder Schicht, bei Menschen jeder kulturellen Herkunft, in allen Bereichen vor.“ Patriarchale, geschlechterstereotype oder insgesamt besonders enge Strukturen könnten gewalttätige Beziehungen aber nochmal besonders begünstigen. Auch während Trennungen, in Krisensituationen und beengten Wohnverhältnissen sei das Risiko von Gewalt höher.

Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ gibt auch Hinweise darauf, dass geflüchtete Frauen und Migrantinnen im Vergleich zu Frauen, die keine Migrationserfahrungen gemacht haben, häufiger Gewalt in Paarbeziehungen erleben. Etwa jede sechste Frau türkischer Herkunft hat schwere körperliche, psychische und/oder sexuelle Gewalt durch den aktuellen Partner erlebt, was auf neun Prozent der Frauen aus der ehemaligen UdSSR und auf fünf Prozent der Frauen deutscher Herkunft zutraf. Außerdem waren beide Migrantinnengruppen öfter von psychischer Gewalt durch den aktuellen Partner betroffen. Die Autor*innen erklären dieses Ergebnis nicht vorwiegend über ethnische Herkunft, sondern durch Migrationszusammenhang und die damit einhergehenden Belastungen, die erhöhte psychische Gewalt begünstigen.

Weil geflüchtete Frauen oft besonders abhängig von ihren Partnern sind, fällt es ihnen schwerer, sich aus Gewaltbeziehungen zu befreien

Einige wichtige Faktoren, die die vergleichsweise höhere Gewaltbetroffenheit der Migrantinnen erklären, sind die schwierigere soziale Lage, mangelnde Bildung, eine schlechtere berufliche Einbindung und weniger ökonomische Ressourcen. Weil viele Migrantinnen und geflüchtete Frauen aufgrund dieser Faktoren und fehlender Sprachkenntnisse besonders von ihren Partnern abhängig sind, fällt es ihnen schwerer, sich aus Gewaltbeziehungen zu befreien. Das erhöht die Gewaltprävalenz, also die Häufigkeit von Gewalt, sowie das Risiko für schwerere Gewalt. Geflüchtete Frauen und Migrantinnen gelten aus diesen Gründen als besonders verletzlich.  

In Syrien stand Amira kurz vor dem höchsten Schulabschluss, als ihre Familie vor dem Krieg fliehen musste. Amiras Eltern schickten ihre Kinder mit der Hoffnung nach Deutschland, dass sie dort die Schule abschließen und vielleicht studieren könnten. Doch Amiras Mann verhinderte das: Amira musste sich alleine um Haushalt und Baby kümmern. Ihr Mann verwaltete das gemeinsame Geld, lernte Deutsch, traf Freunde. Weil er Amira keine Schuhe kaufte, konnte sie eine Weile nicht die Wohnung verlassen.

Immer häufiger stritt das Paar. Er schrie, beschimpfte und demütigte sie. „Am Anfang hat er mich nur mit Worten verletzt, aber als wir in das zweite Heim umgezogen sind, hat er mit dem Schlagen angefangen“, erzählt Amira. Einmal drückte er eine Zigarette an ihrem Arm aus. Er verprügelte und vergewaltigte sie. Weil es Winter war und sie selten die Wohnung verließ, sah niemand Amiras Verletzungen.

Gewalt gegen Frauen kann verschiedene Formen annehmen

In den meisten Fällen tritt Partnerschaftsgewalt nicht nur in einer, sondern in mehreren Formen auf. Das weiß Katrin Beckmann, sie ist Leiterin des Frauenhauses Cocon in Berlin. Das Spektrum reiche von sozialer Gewalt wie Isolation über finanzielle Abhängigkeit, psychische Gewalt wie Demütigungen, Vergewaltigung, jeglichen Formen körperlicher Gewalt bis hin zu Mord.

Außerdem gebe es typische Dynamiken, die in vielen Gewaltbeziehungen vorkommen, erklärt Beckmann. Dem Beginn der Gewalt gehe häufig ein Wandel in den Lebensverhältnissen wie beispielsweise ein Umzug oder eine Schwangerschaft voraus. Die ersten Gewaltausbrüche innerhalb einer Beziehung passierten oft in größeren Zeitabständen, mit der Zeit würden sie aber häufiger. Auf die Gewalt folge oft eine sogenannte „Honeymoon-Phase“, in der die Beziehung zunächst wieder sehr harmonisch sei und der Gewaltausübende Reue zeige.

Viele Frauen ließen sich dann wieder auf Versöhnungen ein. Wenn der Täter jedoch nichts gegen sein Verhalten unternehme, setze meist eine Spirale der Gewalt ein: Sie wird heftiger und häufiger. Das Selbstbewusstsein der Betroffenen leide, sie fühlen sich oft mitschuldig oder schämen sich. Viele Frauen bräuchten einige Versuche, bis sie es schaffen, sich aus der Beziehung zu lösen. Viele würden sich erst nach Jahren trennen.

„Ich habe immer Ausreden für ihn erfunden, gesagt: Vielleicht hatte er einen schlechten Tag“

Seit dem ersten Mal, als ihr Mann sie schlug, dachte Amira daran, ihn zu verlassen. Trotzdem tat sie es lange nicht. „Ich habe immer Ausreden für ihn erfunden, habe gesagt: ‚Vielleicht hatte er einen schlechten Tag.‘ Auf der einen Seite konnte ich ihn nicht verlassen, er war mal so gut zu mir. Auf der anderen Seite wollte ich so nicht mehr leben“, erzählt sie.

Weil sie nicht wollte, dass ihre Familie sich noch mehr sorgt, erzählte sie ihr nur von den häufigen Auseinandersetzungen und verschwieg die schwere körperliche Gewalt. Ihre Eltern bestärkten sie, bei ihrem Mann zu bleiben. Amira versteht sie: „Meine Eltern dachten, dass er ein guter Mensch ist. Sie dachten, ich übertreibe. Mein Papa sagte: Alle Familien streiten.“

Eines Abends rastete Amiras Mann aus, er drückte ihren Hals gegen eine Tischkante, würgte sie. Sie konnte sich nur mit Mühe befreien. Amira drohte, ihn zu verlassen. Daraufhin wurde die Gewalt noch schlimmer. Bis Amira nicht mehr konnte: Sie nahm eine Überdosis Tabletten, kam ins Krankenhaus, von dort in die Psychiatrie, danach in ein eigenes Zimmer in einem anderen Geflüchtetenheim. Ihr Mann erfuhr, wo sie sich aufhielt und schickte einen Boten, um eine letzte Chance zu erbitten: Er wolle sich ändern, alles wieder gut machen. Er erinnerte sie an gute und schwere Zeiten, die sie gemeinsam durchgestanden hatten, die Flucht, ihre kleine Familie. Amira ging zu ihm zurück.

Doch zurück in der Wohnung konnte Amira nicht mehr schlafen und nicht mehr essen. Nach der Nacht, in der ihr Mann vor ihrer Tür auf und abgelaufen war und Amira um ihr Leben fürchtete, packte sie ihr Portemonnaie und ein Fläschchen Milch für ihr Baby. Bevor sie die Wohnung für immer verließ, sagte sie ihrem Mann, dass sie nicht mehr zu ihm zurückkommen werde. Ihr Mann griff nicht ein. Er bezweifelte, dass seine Frau es mit einem Baby in einem fremden Land schaffen kann, glaubt Amira.

„Ich habe nicht an die Zukunft gedacht. Ich wusste nur, dass ich aus diesem Gefängnis raus muss“

Als Amira ihre Wohnung verließ, wusste sie noch nicht, dass es Frauenhäuser gibt. Sie war alleine und konnte sich kaum verständigen. „Ich wusste nicht, wohin ich gehe. Ich habe nicht an die Zukunft gedacht, darüber wie ich mein Kind ernähren oder allein großziehen kann. Ich wusste nur, dass ich aus diesem Gefängnis raus muss“, erzählt Amira. Schließlich ging sie zur Polizei, die sie in ein Frauenhaus brachte. Amira verriet niemandem, wo sie sich befand. Denn ihr Ex-Mann suchte auf den Straßen der Stadt nach ihr. Er zeigte fremden Menschen ihr Foto. Im Frauenhaus erzählte Amira zum ersten Mal einer Anwältin, was sich in ihrer Beziehung abgespielt hatte und erstattete Anzeige.

Partnerschaftsgewalt hat für die Gewalttätigen oft keine oder kaum rechtliche Konsequenzen. Das weiß Strafverteidigerin Christina Clemm: „In der Rechtsprechung ist es leider immer noch so, dass Partnerschaftsgewalt eher niedriger gewertet wird als Gewalt gegen fremde Personen. Auch gesamtgesellschaftlich wird Gewalt in Partnerschaften eher hingenommen und entschuldigt.“ In einem Großteil der Fälle würden die Täter außerdem nie zur Rechenschaft gezogen. Das liege zum einen daran, dass viele Frauen keine Anzeige erstatten und die Dunkelziffer besonders groß ist. Zum anderen daran, dass viele Betroffene im Laufe der Verhandlungen ihres Zeugnisverweigerungsrechts Gebrauch machen und damit die Anzeige faktisch zurückziehen. In den Fällen, in denen die Frauen aussagen, stehe es oft Aussage gegen Aussage. Dann komme es darauf an, wem das Gericht glaubt und ob es Beweise gibt, zum Beispiel Verletzungen, die zu dem Ausgesagten passen, erklärt Clemm.

Letzteres war bei Amira nicht der Fall. Vor Gericht bestritt der Angeklagte alles, Amira hatte keine Beweise, keine Zeugen. Wie sollte sie nachweisen, was sich in den eigenen vier Wänden abgespielt hatte? Ihr Mann wurde dennoch für schuldig befunden, bekam eine Bewährungsstrafe und ein Annäherungs- und Kontaktverbot.

„Ich habe mich immer versteckt. Es war so schlimm, ich konnte mich nicht frei bewegen“

Amira hat fast ein Jahr lang die Gewalt ihres Mannes ertragen und sieben Monate auf die Gerichtsverhandlungen gewartet. Trotzdem hatte sie vergleichsweise Glück. „Manchmal dauert es Jahre, bis die Anzeigen vor Gericht kommen. Währenddessen müssen die Betroffen andere Lösungen finden, was besonders schwierig ist, wenn sie Kinder mit dem Täter haben. Außerdem ist das problematisch, weil die Täter nicht sehen, dass es zeitnahe Konsequenzen gibt, die zeigen: Gewalt dulden wir nicht“, so Clemm.

Nach einem halben Jahr im Frauenhaus bekam Amira schließlich eine eigene Wohnung. Weil ihr Ex-Mann trotz des Kontaktverbotes zu seiner Frau ein Recht darauf hat, sein Kind zu sehen, holte ein Beamter des Jugendamtes das Kind jede zweite Woche ab und brachte es zum Vater. So musste Amira ihren Ex nicht sehen und dieser erfuhr nicht, wo sie wohnte. Trotzdem lebte Amira in ständiger Angst und verließ kaum die Wohnung.

Wenn Amira von dieser Zeit berichtet, stockt sie manchmal und senkt den Blick, dann scheint es, als würden die Erinnerungen sie einholen: „Ich habe mich immer versteckt. Es war so schlimm, ich konnte mich nicht frei bewegen“, erzählt sie mit zittriger Stimme. Ihrer Familie kündigte er über das Telefon an, dass er Amira umbringen werde, wenn sie nicht mit dem Kind zu ihm zurückkomme – er wisse, wo sie wohnt. Amira fühlte sich in der Stadt nicht mehr sicher. Müsste sie ihrem Ex nicht das Umgangsrecht mit seinem Kind gewähren, wäre sie vielleicht längst weit weg geflohen.

„Das Sorge- und Umgangsrecht widerspricht häufig dem Gewaltschutz der Frau“

Katrin Beckmann, die Leiterin des Frauenhauses Cocon, kennt dieses Problem: „Das Sorge- und Umgangsrecht widerspricht häufig dem Gewaltschutz der Frau. Selbst wenn eine Frau ein gerichtliches Kontakt- und Näherungsverbot hat, heißt das noch nicht, dass gleichzeitig das Sorge- und Umgangsrecht ausgesetzt werden. Das ist eine Rechtslücke.“ Denn das erschwere Frauen mit Kindern eine Flucht.

Juristin Christina Clemm erklärt dazu: Einem gewalttätigen Elternteil könne man nur das Recht nehmen, sein Kind zu sehen, wenn es dem Kindeswohl widerspricht. Die Frage, was das Kindeswohl gefährde, sei dabei umstritten. „Die Rechtsprechung sagt im Moment eher: ‚Nur, weil er die Mutter geschlagen hat, spricht dies nicht gegen das Kindeswohl.‘ Das ist Unsinn. Gerade im Familienrecht gibt es noch viel Aufklärungsbedarf, welche Auswirkungen Partnerschaftsgewalt auf betroffene Kinder hat.“

Die Traumatherapeutin Friederike Masz macht in ihrer Praxis dazu Erfahrungen. Sie ist sich sicher, dass Gewalt in Partnerschaften viel mit früheren Traumatisierungen zu tun hat. „Gewalt beginnt immer, wenn jemand selbst schon verwundet ist. Täter haben in der Regel schon als Kinder Gewalt erlebt. Sei es, dass sie als Kind beobachtet haben, wie der Vater die Mutter schlägt, oder Gewalthandlungen im Krieg“, erklärt Masz. Auf Seite der Opfer komme es häufig vor, dass traumatisierte Frauen gewalttätige Partner anziehen.

Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ kommt zu dem Schluss, dass Frauen, die körperliche Auseinandersetzungen zwischen ihren Eltern miterlebt haben, später mehr als doppelt so häufig selbst Gewalt durch (Ex-)Partner erleben. Dies trifft auf Amira nicht zu. In ihrer Familie habe es keine Gewalt gegeben, erzählt sie.

„Nachdem er meine Adresse wusste, war mir klar, dass ich mich nicht mehr schützen kann“

Eines Tages sah Amira aus der Ferne ihren Ex in ihrem Treppenhaus. „Nachdem er meine Adresse wusste, war mir klar, dass ich mich nicht mehr schützen kann“, erzählt sie. Ihre Familie bat sie, zu fliehen. „Mein Opa hat zu mir gesagt: ‚Wenn du ihm das Kind nicht gibst, bringt er euch vielleicht um. Niemand kann dich beschützen‘“, erzählt Amira. Sie glaubte selbst auch nicht mehr daran, auch nicht an den deutschen Staat. Amira entschied sich, ihrem Ex das Kind zu geben – aus Angst, er würde es sich sonst mit Gewalt holen.

Amira ist oft geflohen. In Syrien vor dem Krieg, in Deutschland vor ihrem Partner. Sie ist eine von Hunderttausenden Frauen in Deutschland, die schwere Gewalt durch ihren (Ex-)Partner erleben: Etwa jeden dritten Tag stirbt in Deutschland eine Frau infolge von Gewalt durch ihren (Ex-) Partner, unzählige mehr erleiden schwere körperliche oder psychische Verletzungen.

Amira kündigte ihre Wohnung, brachte ihr Kind ein letztes Mal in den Kindergarten und zog weit weg. Ihr Kind lebt seitdem bei ihrem Ex. „Jetzt sehe ich mein Kind nur noch alle sechs Wochen. Das ist schlimm. Aber nicht so schlimm, wie wenn er jemanden umbringt… Oder?“ Amira hat Tränen in den Augen. Manchmal besucht ihr Kind sie, dafür fahren beide etwa zehn Stunden mit dem Zug. Mittlerweile kennt das Kind schon die Namen der Orte, an denen der Zug vorbeifährt. Das bereitet Amira Sorge. Denn wie erklärt man seinem Kind, dass sein Papa diese niemals erfahren darf?

* Amira heißt eigentlich anders. Um sie und ihr Umfeld zu schützen, verzichten wir auf genauere Angaben zu ihrem Namen, Alter oder Wohnort. Die gerichtlichen Unterlagen liegen der Autorin vor.   

Das Hilfetelefon des Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ist täglich 24 Stunden kostenlos erreichbar: 08000 116 016. Bundesweit erreichbar, kostenfrei und anonym ist ebenfalls das Hilfsangebot des Weißen Rings: Täglich von 7 bis 22 Uhr erreichbar: 116 006.

Hier gibt es eine Auflistung anderer Hilfsangebote sowie von Frauenhäusern in ganz Deutschland, hier gibt es Informationen des Weißen Rings.

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