Warum wir unsere Sprache verändern müssen

Wer auf diskriminierende Ausdrücke hinweist, wird oft als „Sprachpolizei“ beschimpft. Dabei zeigt der Fall George Floyd, wie wichtig korrekte Bezeichnungen sind.
Von Madeleina Moka, RosaMag*

Schwarze Menschen müssen immer wieder Kämpfe ausfechten, wenn es um die richtigen Bezeichnungen geht und um das Argument: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“

Foto: Krakenimages.com - adobe.stock.com / Collage: jetzt

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch weiße Polizisten entbrannte auch in Deutschland eine heftige Debatte um strukturellen Rassismus und Polizeigewalt. Immer wieder geht es dabei auch um die Rolle der Sprache und um Selbstbezeichnungen. Wieso aber sind die richtigen Bezeichnungen so wichtig, wieso müssen wir unsere Sprache verändern? Darum geht es in diesem Text.

Ich begleite eine gute Freundin zu einer Geburtstagsfeier, die wummernden Bässe sind einprägsam, die vielen unbekannten Gesichter eher weniger, und ich schlängle mich durch die vollgepackte Wohnung. Irgendwann lande auch ich in der Küche, in der sich längst das unvermeidliche Grüppchen von Feiernden gebildet hat, die rauchen, den Kühlschrank plündern oder sich einfach nur unterhalten wollen, ohne sich über laute Musik hinweg anzuschreien zu müssen. Es entwickelt sich schnell ein seichter Smalltalk unter uns Küchenbesetzer*innen, als mich ein Typ fragt, wo denn meine „farbige Freundin“ abgeblieben sei. Er sieht mich dabei ehrlich interessiert an, seine Augen hinter dem stylischen Brillengestell glänzend vor vermeintlicher Unschuld und Unwissenheit. Noch während ich ihm entgegne, dass seine rassistische Fremdbezeichnung alles andere als ok ist und warum (ja, ich habe noch immer die Geduld dazu), verdreht er bereits genervt die Augen.

Und wieder werde ich zur offiziellen Political-Correctness-Abgeordneten erklärt

„Ach, „farbig“ darf man jetzt auch nicht mehr sagen, oder was? Du weißt doch, was ich meine!“ Und ehe ich weiß, wie mir geschieht, starren mich alle anderen erwartungsvoll an, das Unbehagen der Gruppe wächst, vereinzelt wird der Versuch unternommen, die Situation mit einem Themenwechsel künstlich aufzulockern. Was alles noch krampfiger macht. Und mir wird klar: Yep, ich bin hiermit offiziell zur Political-Correctness-Abgeordneten der Party erklärt – und damit bin es auch ich, die für die nun unangenehme Stimmung verantwortlich gemacht wird. Trotzdem habe ich weder Lust, einen Schwarz attestierten Freifahrtschein auszustellen, um den „Du weißt doch, wie ich’s meine“-Verfechter von Rassismus Vorwürfen freizusprechen, noch verdient Besagter diesen in irgendeiner Art und Weise. Gleichzeitig beschleicht mich das ermüdende Gefühl, wie kräfteraubend es ist, auf diskriminierende Sprache aufmerksam zu machen und damit „Sprachpolizei“ zu spielen. Dabei ist Letzteres längst als gefährliche Beleidigung etabliert, die den trügerischen Anschein erweckt, man würde sich gegen Meinungsfreiheit und für Zensur aussprechen. Niemand will sich schließlich den Mund verbieten lassen!

Rein nüchtern betrachtet versteht man heute unter dem Begriff „Political Correctness“, dass Handlungen oder Ausdrucksformen vermieden werden sollen, die Menschen auf Grund ihres Geschlechts oder Genders, ihrer Ethnie, Religion, körperlichen oder geistigen Verfassung sowie ihres sozialen Stands diskriminieren oder marginalisieren.

Das Dilemma gekaperter Begriffe

Obwohl es an diesem Vorsatz auf den ersten Blick nichts auszusetzen gibt, hat Political Correctness mittlerweile eine negative Konnotation. Gerade Konservative und Rechte Lager nutzen den Ausdruck als Beleidigung, um Bemühungen gegen Diffamierung lächerlich zu machen. Eine altbewährte Rechte Taktik, Begriffe, die im peripheren, meist Linken Bereich ihren Ursprung finden, zu spiegeln und für ihre Interessen zu adaptieren. Auch ich bin kein Fan des Begriffs, aber aus anderen Gründen: Zum einen – seien wir mal ehrlich – klingt er einfach scheiße! Für eine breite Masse ist der Begriff null ansprechend und lässt im Kopf sofort das Bild eines*einer zugeknöpften, verkniffenen Spießbürgers*in aufpoppen, der*die am Fenster lauernd auf den nächsten sprachlich verwerflichen Unfall lauert, welcher natürlich asap gemeldet wird. Zum anderen modelliert der Begriff der „Political Correctness“ den moralischen Grundsatz, Respekt vor der Würde des anderen zu zeigen, zu einem schwammigen und schwer greifbaren Konstrukt um. Die Absicht, mit Sprache niemanden verletzen zu wollen, lässt sich schwerer kritisieren als das Feindbild einer vermeintlich strategischen Kontrollinstanz, die die allgemeine Meinungsfreiheit bedroht. Jede*r darf schließlich sagen, was sie oder er will und all diejenigen, die damit ein Problem haben, sollen sich gefälligst nicht so aufregen!

Doch gäbe es diese Debatte überhaupt, wenn man Political Correctness mit „Respekt“ oder „Empathie“ ersetzen würde? Wäre die künstliche Panikmache rund um Meinungsfreiheit genauso groß? Obwohl wir uns dessen oft nicht bewusst sind, ist Sprache immer auch politisch, da sie zwischenmenschliche Beziehungen definiert und daraus resultierende Machtverhältnisse festlegt. Für ein leicht zugängliches Verständnis von respektvoller und empathischer Sprachkultur ist der Begriff der Political Correctness also viel zu aufgeladen und irreführend.

Lasst uns Political Correctness umtaufen!

Doch noch ist PC in aller Munde und wir müssen uns mit der damit verbundenen Aufregung befassen. Kritiker*innen nutzen das Argument der Meinungsfreiheit, um sich unter dem Deckmantel der Demokratie gegen Political Correctness auszusprechen. Man befürchtet, als freie Gesellschaft durch Zensur mundtot gemacht zu werden und versucht doch genau das mit den Betroffenen, indem man ihren Einspruch nicht gelten lässt. Diskriminierende Sprache erhöht die einen und degradiert die anderen. Damit macht sie sich selbst des eigenen Vorwurfs schuldig, denn dies steht gegen demokratische Werte, wie Gleichheit, Menschenwürde und Unversehrtheit aller. Stattdessen soll alles so bleiben, wie es ist! Es sind doch schließlich nur Worte, oder?

Dabei wird jedoch übersehen, dass Sprache bedeutende Macht hat und Realitäten schafft. Wenn rassistische und diskriminierende Sprachmuster weitergetragen werden, verfestigen sich entsprechende Narrative und Vorurteile. Wieso sollten sich beispielsweise Frauen*, Trans*, Inter*, nicht binäre und queere Personen repräsentiert und inkludiert sehen, wenn sie sprachlich nicht sichtbar gemacht werden, weil das generische Maskulinum als Norm dominiert; und damit als männlich gelesener Begriff alles andere als neutral ist, wie viele Kritiker*innen der gendergerechten Sprache argumentieren wollen. Zudem bestärkt gewaltvolle Sprache bestehende ungleiche Machtverhältnisse, da Minderheiten vor allem sprachlich als solche deklariert und damit ausgegrenzt werden. Und das kommt natürlich denjenigen zu Gute, die von etablierten Machtstrukturen profitieren und diese durch Veränderung gefährdet sehen. Also wird Kritik an Sprache als hysterische Empörung lächerlich gemacht und die Betroffenen gleich mit. So ist das ja auch gleich viel schwieriger mit der Veränderung.

Für den weißen, able-bodied, hetero cis Mann soll alles so bleiben, wie es ist

Doch Weltbilder und Gesellschaftsstrukturen sind dynamisch und stetig im Wandel und dies lässt sich sprachlich nicht einfach ignorieren – auch wenn es dem weißen, able-bodied, gut situierten hetero cis Mann gerne lieb wäre, der es sich an der Spitze der Privilegien Pyramide, eingebettet in aktuelle Sprachnormen und Lebensrealitäten, so richtig schön bequem gemacht hat. Wenn wir uns für eine inklusivere, heterogenere und vor allem gleichberechtigtere Gemeinschaft aussprechen, müssen wir das auch klar in unserer Sprache berücksichtigen. Natürlich lösen sich Sexismus, Rassismus und Diskriminierung damit nicht in Luft auf, doch auch bewusste Sprache ist ein Akt von Widerstand gegen unterdrückende Strukturen.

Eine solche Veränderung in der Sprachpraxis berücksichtigt neue Narrative und macht diese vor allem sichtbar: Frauen*- und Bürger*innenrechtsbewegungen, Menschen mit Behinderung, die Stärkung der LGBTTQIA+ Community und Personen, die sich keinem gender, geschlechts- und sexualitätsspezifischen Label zuordnen möchten sowie die Repräsentation von Race und Glaubensrichtungen. Genau diese Unterschiede wurden lange Zeit zur Diskriminierung missbraucht und daher ist es umso wichtiger, die jeweiligen Selbstbezeichnungen – und dazu zählen auch selbst gewählte Pronomen – zu respektieren. Die große Frage bleibt: Wer entscheidet denn nun darüber, was gesagt werden darf und was nicht?

Auch wenn die Perspektive der Betroffenen mir persönlich zur Sprachorientierung dient, gibt es zum Glück keine eindeutige Antwort darauf, denn das würde schnell in eine Deutungshoheit über Zensur münden – und dafür sollte Political Correctness eindeutig nicht missbraucht werden.

Daher kann Race auch nicht einfach mit „Rasse“ übersetzt werden

Zudem ist Sprache immer auch kontext- und publikumsgebunden. Je nach Erfahrung und Sozialisierung reagieren Menschen unterschiedlich auf Sprache. Das wird auch im Kontext der Übersetzung sichtbar. So ist der gesellschaftliche und politische Diskurs über Race nicht einfach auf Deutschland übertragbar, da er sich auf einem völlig anderen Entwicklungslevel befindet. Daher kann Race auch nicht einfach mit „Rasse“ übersetzt werden. Der im US-Sprachgebrauch geläufige Begriff Race bezieht sich nicht auf biologische Merkmale und ihre Beschreibung, sondern beschreibt die soziale und künstliche Konstruktion einer Kategorie, die über den Zugang zu Ressourcen wie gesellschaftlicher, politischer, und ökonomische Teilhabe sowie Bildung bestimmt. Verglichen dazu wird der Begriff „Rasse“ im deutschen Verständnis eng mit den Traumata des Nationalsozialismus und Holocausts verknüpft und ist daher aus dem Sprachgebrauch verbannt. Dabei wäre eine Aufarbeitung gerade in Bezug auf die deutsche Kolonialgeschichte extrem wichtig, um die tief greifende Verwobenheit von Rassismus auf institutioneller und gesellschaftlicher Ebene sichtbar zu machen.

Obwohl das Feld der Political Correctness so verworren scheint, sind genau die Verflechtungen ein möglicher Orientierungspunkt, wie es denn nun „richtig gemacht werden kann“. Denn das eine kann nicht ohne das andere betrachtet werden. Wenn du dich gegen Rassismus, Misogynie, Trans*- und Homophobie aussprichst, dann sollte sich diese Haltung auch in deiner Sprache widerspiegeln – ansonsten ist ersteres zwar ein sehr ehrenwerter Vorsatz, aber wirklich konsequent ist was anderes.

Wieso fechten PC-Kritiker*innen eine Debatte aus, die sie selbst gar nicht betrifft?

Im Grunde handelt es sich bei der Political-Correctness-Frage um eine moralische Debatte. Doch im Zweifel sollten wir uns die Fragen stellen: Wie kommt meine Wortwahl bei den Betroffenen an? Wie sehr schränke ich mich wirklich ein, wenn ich meine Sprache überdenke und dadurch Diskriminierung und Ausgrenzung von anderen Menschen vermeiden kann? Es ist absurd, dass Nicht-Betroffene eine Debatte über Sprache ausfechten wollen, die nicht sie selbst, sondern andere degradiert. Gerade Selbstbezeichnungen sind entstanden, um abwertenden Fremdbezeichnungen Widerstand zu leisten und der respektvolle Umgang damit markiert, ob man sich auf Augenhöhe begegnet oder nicht.

Was wir außerdem tun können: zuhören! Nicht abwinken, nicht lächerlich machen, einfach nur zuhören und versuchen, aus der Sicht der Betroffenen zu lernen. Nur so wird Raum für einen Perspektivenwechsel geschaffen, der den Weg für eine inklusivere und respektvollere Gesellschaftsform ebnet. Wir sind längst nicht an dem Punkt angekommen, an dem man von einer neutralen Basis ausgehen kann, in welcher Machtverhältnisse und Privilegien ausgewogen verteilt sind. Aus dieser Perspektive betrachtet macht es folglich auch keinen Sinn zu behaupten, eine sprachliche Veränderung mit dem Ziel inklusiver und sensibler zu sein, sei „übertrieben“ oder „überzogen“.

Niemand braucht sprachliches Greenwashing

Diese vermeintlich neutrale Ausgangslage ist eine Illusion, denn von einer gemäßigten demokratischen Mitte kann und konnte nie die Rede sein. Stattdessen zeigt die Diskussion um Sprachgewohnheiten auf, was sich bislang als Norm durchsetzen konnte und inwiefern diese Realitätszuschreibung nun ins Wanken gerät. Denn die Stimmen, die sich nun zu Wort melden sind nicht neu, ihre Narrative wurden nur bislang nicht gehört.

Wenn ich nun auf die Situation in der Partyküche zurückkomme, dann ermüden mich Political-Correctness-Debatten nicht nur deshalb, weil ich von meinen Mitmenschen erwarte, dass sie ihre Sprachmuster kritisch hinterfragen. Was mich viel eher stört, ist die fehlende Bereitschaft, Fehler zuzugeben und sich einzugestehen, dass die eigene Sprache als aktive Handlung Konsequenzen hat. Dabei ist es völlig irrelevant, ob man mit dem Konzept der Political Correctness vertraut ist oder nicht. Niemand benötigt einen umfangreichen Bildungsstand oder muss in woken BIPOC-, Gender- und Anti-Diskriminierungsblasen schweben, um drei Sekunden darüber zu sinnieren, ob seine oder ihre Worte das Gegenüber möglicherweise verletzen könnten.

Letztendlich ist es jedoch die Message, die mehr wiegt als Worte, denn noch schlimmer als völlig unreflektiertes Reden ist sprachliches Greenwashing. Du kannst beim Sprechen noch so viel gendern, deine Sternchen setzen, dich mit deinem inklusiven Freundeskreis brüsten und auf Anti-Rassismus- und LGBTTQIA+-Demos mitlaufen – wenn die Botschaft deiner Worte diskriminierend ist, dann redest du trotzdem Bullshit!

Die richtige Sprache zu finden ist nicht immer leicht und kann verwirrend sein

Trotzdem muss ich immer wieder schmerzlich feststellen, dass mein Vertrauensvorschuss an sprachlicher Selbstreflexion für meine Mitmenschen sich meist nicht auszahlt. Deshalb ist es umso wichtiger, sich auch mal in unangenehme Konflikte zu stürzen und in seinem Umfeld auf die Macht von Worten aufmerksam zu machen – auch und gerade dann, wenn betroffene Personen nicht anwesend sind oder sich nicht verteidigen können. Das ist nervig, ernüchternd, kräftezehrend und kann gerade im Freund*innen- und Familienkreis zu höchst dramatischen Konflikten führen. Und damit drängt sich auch die Frage auf: Bin ich bereit, für meine Ideale auch mein engstes Umfeld auf den Prüfstand zu stellen?

Die richtige Sprache zu finden ist nicht immer leicht und kann verwirrend sein. Auch ich muss mich immer wieder selbst reflektieren, Kritik aushalten können, Neues lernen. Auch ich schließe Menschen immer wieder unbewusst aus, höchstwahrscheinlich auch mit diesem Text. Ich mache Fehler, immer wieder: beim gendergerechten Sprechen, bei Selbstbezeichnungen, vor allem wenn ich nervös bin und auch, weil ich noch nicht lange bewusst auf Sprachmuster von mir achte. Und wenn ich richtig fluche, müsste man meinen ungefilterten und impulsiven Redefluss wahrscheinlich durch die Bank wegpiepen.

Doch dass dieser ganze Prozess anstrengend ist, unsicher macht und bequeme Gewohnheiten ins Wanken bringt, bedeutet nicht, dass die Debatte rund um eine Veränderung in unserer Sprachkultur keine Berechtigung hat. Im Gegenteil: Sie zeigt uns auf, wie tief verwurzelt patriarchale, diskriminierende und rassistische Strukturen in unserer Sozialisation sind und dass wir aktiv verlernen müssen, um Platz für neue Denk- und daraus resultierende Sprachmuster zu schaffen.

Lasst uns den Diskurs lebendig halten!

Eine Veränderung von Sprache steht nicht für Selbstzensur, sondern für Respekt und Empathie gegenüber allen Mitmenschen. Und sie ist längst nicht am Ende, denn es wäre genauso vermessen zu behaupten, durch Political Correctness eine sprachliche Gleichberechtigung erreicht zu haben, wie zu leugnen, dass diese längst überfällig ist. Damit steht die Bewegung für die Auseinandersetzung mit Sprache und ihrer Wirkung und fordert uns heraus, ja, traut uns sogar zu, uns selbst zu hinterfragen und den Diskurs rund um Meinungsfreiheit sowie die Würde aller lebendig zu halten. Und das fördert letztendlich die Demokratie, um die bei all der PC-Kritik doch so sehr gebangt wird.

Ich bin trotzdem dafür, dass wir das Mindset Political Correctness umbenennen – nur so fürs Verständnis. Und weil der Begriff einfach kacke klingt.

Begriffserklärungen:

Able bodied: Menschen, die nicht körperlich oder mental beeinträchtigt sind.

BIPOC: Black Indigenous People of Color – Ein politischer und solidarischer Sammelbegriff für alle Schwarzen, indigenen und nicht-weißen Menschen, die von Rassismus betroffen sind. Manche Schwarze Menschen (die ursprünglich den POC/People of Color Begriff als Selbstbezeichnung etablierten) und indigene Menschen lehnen BIPOC als kollektive Selbstbezeichnung jedoch ab, da sich ihr soziokultureller und -ökonomischer geschichtlicher Hintergrund, der von Kolonialismus, Sklaverei sowie Rassismus geprägt ist, von dem anderer nicht-weißer Menschen bzw. POC unterscheidet.

Cis-Gender: Bezeichnet Personen, bei denen das bei der Geburt zugewiesene anatomische Geschlecht (=Hebammengeschlecht) mit dem Geschlecht übereinstimmt, das von der Person gelebt wird und mit dem sie sich selbst identifizieren (sozio-kulturelle Geschlechtsidentität), z.B. ein cis Mann = ein für die Außenwelt männlich gelesener Mann, der sich selbst auch so identifiziert.

Schwarz: Schwarz wird in diesem Text groß geschrieben und beschreibt weder die reelle Hautfarbe noch biologische Eigenschaften einer Person, sondern steht für eine positiv konnotierte politische und kollektive Selbstbezeichnung. Sie grenzt sich bewusst von kolonial geprägten und rassistischen Fremdbezeichnungen ab.

weiß: weiß wird in diesem Text kursiv geschrieben und beschreibt weder die reelle Hautfarbe noch biologische Eigenschaften einer Person, sondern eine dominante und privilegierte Position innerhalb eines rassistischen Machtsystems. Weißsein ist ein Identitätskonzept, das meist unausgesprochen und unbenannt bleibt, da es als Norm und Zentrum von Perspektiven gilt.

*Dieser Text ist zuerst bei RosaMag erschienen, mit dem die jetzt-Redaktion kooperiert. RosaMag ist das erste Online-Lifestylemagazin für Schwarze Frauen und Freund*innen. Und das ist wichtig, denn: Es gibt drei Magazine über Weihnachtsbäume, zwei über UFOS und ZERO über das Leben, die Gedanken und Perspektiven von Schwarzen Frauen im deutschsprachigen Raum. Bis jetzt. Das afrodeutsche Journalistinnen-Kollektiv informiert, inspiriert und empowert.

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