Wie man trotz Pandemie eine gute und sichere Party feiert

Wir haben eine Eventplanerin gefragt, wie bei einer Feier via Zoom oder mit nur einem anderen Haushalt gute Stimmung aufkommt.
Von Rosanna Wegenstein
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Wie feiern während der Pandemie? Das haben wir eine Party-Planerin gefragt.

Collage: Daniela Rudolf-Lübke / Fotos: Owen Spencer, Unsplash / freepik

Es gab schon bessere Zeiten für Partys. Geburtstage und andere Feste sind während der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen eine Herausforderung. Wie kommt gute Stimmung auf, wenn man eigentlich niemanden einladen darf? Und lohnt sich eine virtuelle Party überhaupt? Wir haben eine Eventplanerin gefragt, worauf es ankommt.

1. Spontaneität

Amelie Vollmer findet: Auch unter Pandemie-Bedingungen kann eine Feier sinnvoll sein. Sie arbeitet seit 2012 als Partyplanerin und organisiert deutschlandweit Events in verschiedenen Größen und Kontexten. 2018 hat sie sich in München selbstständig gemacht. Besonders wichtig für die Organisation einer persönlichen Party in kleinem und „coronakonformem“ Rahmen sei derzeit allerdings Spontanität, sagt sie. „Es ist wichtig, sich kurz vorher einzulesen in die derzeitigen Auflagen und Hygienekonzepte“, sagt Amelie im Gespräch mit jetzt. Sie betont, dass sie wisse, wie frustrierend das sein könne, weil sich die Regeln derzeit ständig regional verändern. Für Deutschland helfe die Seite der deutschen Bundesregierung, die die Regeln in den verschiedenen Bundesländern aufzeigt, bei der Orientierung. Amelie gibt auch den Tipp, den Gästen im Fall von persönlichen Feiern von vornherein zwei Termine in Aussicht zu stellen. 

Die Partyplanerin betont, dass sich viele Menschen derzeit über Kleinigkeiten freuen und auch eine kleine Zusammenkunft mit Abstand und Maske oder ein digitales Event sehr genießen würden: „Ich habe bei meinen letzten Veranstaltungen in kleinerem Rahmen im Oktober erlebt, wie viel Dankbarkeit für ein wenig Abwechslung und sozialen Kontakt die Menschen jetzt in der Pandemie bereits von sich aus mitbringen“, erzählt sie.

2. Essen, Deko und Lokalität

Im Oktober war veransttaltungstechnisch zwar noch mehr erlaubt als jetzt, doch auch für den ganz kleinen Rahmen zu Hause hat die Eventplanerin ein paar Tipps, um ein Zusammenkommen besonders zu gestalten. Beim Essen rät sie, etwas auszuprobieren, das alle überraschen könnte: Prickelbrause ins Dessert zum Beispiel. Auch Deko könne viel ausmachen und schnell einen festlichen Rahmen kreieren. „Eine farbige Tischdecke oder farbige Servietten zum Beispiel können schon sehr viel ausmachen“, sagt sie. Wer ein Händchen dafür habe, könne auch Namensschilder oder Menükarten selbst basteln, um ein offizielleres Gefühl zu vermitteln. Besonders gut für ein bisschen Abwechslung sei natürlich auch ein neues Umfeld – wer einen Garten hat, könnte auch dort einen weiteren Haushalt zum Glühweinempfang einladen.

3. Lokale Gastronomie unterstützen

Amelie spricht auch Möglichkeiten an, die Corona-Situation auf möglichst positive Weise in eine Feier einzubinden. „Es gibt einige Wege, den Einzelhandel und die Gastronomie ein wenig zu unterstützen, die derzeit große Rückgänge erleiden“, erklärt sie. Beim Essen könne man zum Beispiel auch auf die Lieferangebote der lokalen Restaurants zurückgreifen, die manchmal nicht nur Menüs zum Mitnehmen, sondern auch Pakete zum selbst Kochen anbieten. 

4. Ausgewählt einladen 

Ein Dilemma, das sich in einer sehr kleinen Runde allerdings ergeben kann ist: „Wen lädt man überhaupt ein?“ Vielleicht lieber niemanden, bevor man im Freundeskreis sozusagen „eine Auswahl treffen muss“? Um davor zu bewahren, dass sich jemand benachteiligt fühlt, rät Amelie zu Ehrlichkeit. „Ich denke, derzeit zeigen alle Verständnis, wenn man betont, wie gerne man jemanden dabeigehabt hätte und dass man hofft, sich ein anderes Mal bald wiedersehen zu können“, sagt sie. 

5. Online feiern

Eine coronakonforme Alternative, um mehr Menschen zu versammeln, sind Online-Feiern. Allerdings kann es natürlich auch traurig machen, die Freund*innen zwar über einen Bildschirm zu sehen, aber nicht wirklich bei sich haben zu können. „Schöner online als gar nicht“, ist die Ansicht der Partyplanerin dazu. Mittlerweile gebe es hier ja auch einige Möglichkeiten für ein digitales abwechslungsreiches Programm. Von einem Online-Spieleabend bis hin zu einem gemeinsamen Cocktail-Mix-Kurs oder einem Wein-Tasting. Entweder mit einem selbst verpackten Paket, das man allen zukommen lässt, oder mit Packages von kommerziellen Anbieter*innen. Dies sei wiederum eine Möglichkeit, lokale Händler*innen ein bisschen zu unterstützen. Als Tipp kann hier also dienen, sich lokal zu informieren, welche Bars und Vinotheken alternative Lieferangebote, Verkostungen oder Kurse für zu Hause auf ihrer Homepage angeschrieben haben.  

6. Auf bessere Zeiten hoffen

Es gibt so einiges, das man trotz dieser Alternativen wohl weiterhin vermisst an einem lockeren Zusammenkommen. Ohne Personenzahl-Beschränkung, ohne Abstand, ohne zu viele Regelungen. Hier plädiert Amelie vor allem dafür, optimistisch in die Zukunft zu blicken – und sich besonders auf die Party zu freuen, die man mit gutem Gefühl und in Sicherheit feiern könne. Ein Vorteil: Viele Menschen freuen sich dann sicherlich noch mehr über eine Einladung als ohnehin schon. Ein letzter Tipp von Amelie: Vielleicht könne man dann auch einen lokalen Musiker oder eine lokale Musikerin einladen.

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